Wer glaubt, ist nie allein
Wendelsteiner Pilger bei Papstgottesdiensten in München und Regensburg – Gläubige nahmen Strapazen auf sich

Die Wendelsteiner Ministrantengruppe zusammen mit Pfarrer Hans Oettl auf dem Islinger Feld.

Durch die roten Halstücher wurde die 15000köpfige Ministrantenschar weithin als große Gemeinschaft empfunden.

Ein buntes Bild bot sich den Mitfeiernden der Pontifikalmesse auf dem Gelände der Neuen Messe in München

Wendelstein. Das eindrucksvolle Mottolied „Wer glaubt, ist nie allein“ erschallte am Dienstagvormittag gesungen von hunderttausenden Gläubigen über das Islinger Feld. Auch Wendelsteiner Gläubige konnten diese großartige Gemeinschaftserfahrung im Glauben erleben. Sowohl beim Papstgottesdienst in der Neuen Messe München, als auch bei der riesigen gottesdienstlichen Feier in Regensburg waren Wendelsteiner Pilger Mitfeiernde. Und die meisten von ihnen zeigten sich beeindruckt von diesen Festen des Glaubens.

Zusammen mit Pfarrangehörigen aus Rednitzhembach und Roßtal fuhren die Wendelsteiner zum Papstgottesdienst nach München. Frühmorgens um 4.45 starteten sie am Kirchenparkplatz vor der Pfarrkirche St. Nikolaus. Die Rednitzhembacher Gemeindemitglieder wurden noch abgeholt, dann ging es ohne größere Behinderungen in die Landeshauptstadt. Pfarrer Wölfle aus Roßtal betete den Reisesegen und die letzten Kilometer vor dem Ziel beteten alle Pilger gemeinsam den Rosenkranz. Die Fahrt zum Papst wurde verstanden als Wallfahrt. So hatte die geistliche Komponente einen entscheidenden Anteil bei Hin- und Rückfahrt. Neben den Gläubigen im Bus organisierten auch einige Pfarrangehörige von St. Nikolaus ihre Fahrt nach München selbst und nahmen ebenso an der feierlichen Ponifikalmesse teil.
Die Einweisung in München auf den vorgesehenen Parkplatz wurde dann zur Geduldsprobe. Die letzten zwei Kilometer zum Standplatz des Busses auf einem Gelände eines Autokinos ging nur im Schneckentempo voran – mit dem Ergebnis, dass die "Papstreisenden" der Pfarreiengemeinschaft Schwabach relativ knapp vor Gottesdienstbeginn das Gottesdienstgelände erreichten. Die meisten entschieden sich deshalb nicht für ihren vorgesehenen Feldabschnitt auf der Zugangsberechtigungskarte. Spontan reihten sich die meisten auf Felder ein, die einen besseren Blick auf die Altarinsel gewährten als die ursprünglich vorgesehenen Plätze. So gesehen hatte die späte Ankunftszeit auch seine Vorteile.

In München wurden bekannte Gottesdienstlieder gesungen, so dass alle Gläubigen gut in den Gesang einstimmen konnten. Auch bei den Chorgesängen wurde die große Gottesdienstgemeinde eingebunden.
In seiner Predigt sprach Papst Benedikt die Schriftworte des Sonntags an und betone, dass alle drei Lesungen von Gott als dem Zentrum der Wirklichkeit und dem Zentrum jedes einzelnen menschlichen Lebens sprechen. Der Papst vertiefte diesen Gedanken für die anwesenden Gläubigen. Heute gebe es gerade in der westlichen Welt eine Schwerhörigkeit Gott gegenüber und es gelte, dass sich die Menschen wieder anrufen lassen, sich für Gott aufzutun, ihn zu suchen und ihm Gehör zu schenken.

Der weitere Verlauf des Gottesdienstes war ebenso ansprechend gestaltet, so z. B. das Fürbittgebet und die sich anschließende Gabenprozession.
Das Verlassen des Messegeländes wurde dann wieder zur Geduldsprobe. Denn Zehntausende drängten zur gleichen Zeit auf die vorgesehenen Ausgänge. Am frühen Abend hatten die Gläubigen aus den drei Pfarrgemeinden ihr Wohnorte wieder erreicht.
Der Gottesdienst in Regensburg bedeutete nochmals eine Steigerung der körperlichen Anstrengung. Bereits um 1.30 Uhr fuhr ein Bus von Wendelstein ab. Manche der umliegende Pfarrgemeinden machte sich sogar ein oder zwei Stunden früher auf den Weg. Auf der A 3 nahm der Bus im vorgesehenen Zeitfenster seinen Parkplatz ein. Die um Mitternacht gesperrte Autobahn wurde in einer organisatorischen Meisterleistung durch hunderte ehrenamtliche Helfer innerhalb einer halben Stunde zu einem neun Kilometer langen Parkplatz ausgebaut.
Vom Fußweg her hatten es die Wendelsteiner nicht schlecht getroffen. Denn ihr Bus parkte direkt neben dem Islinger Feld. Trotz dieser Nähe konnte die Autobahn jedoch nicht einfach überquert werden. Dies verhinderte ein provisorischer Zaun auf dem Mittelstreifen der Autobahn.
Doch der Fußweg über die nahe Ausfahrt zum Gottesdienstgelände erwies sich als annehmbar. Etwas anstrengender durch die feuchte aufkommende Morgenkühle wurde die fünfstündige Wartezeit auf die Ponitifikalmesse.
10 Ministranten aus der Pfarrei nahmen in Gewändern an der gottesdienstlichen Feier teil und durften an einem Einzug von mehreren tausend Ministranten auf einem Teilabschnitt in der Nähe der Altarinsel die Feier mitverfolgen. Wegen der Menge der Messdiener fand ein erster Einzug kurz vor 5.00 Uhr statt.
Auch die weiteren Gläubigen aus dem Wendelsteiner Bus fanden annehmbare Plätze, die nicht allzu weit weg von der Altarinsel waren. Neben anderen hervorragenden Klangkörpern sangen auch die weltberühmten Regensburger Domspatzen während des Papstgottesdienstes.
Ein Regensburger Musiker hatte das Mottolied „Wer glaubt, ist nie allein“ komponiert und getextet. Unter den Klängen dieses Liedes zog der Heilige Vater mit mehreren Kardinälen und Bischöfen und dem Liturgischen Dienst bei herrlichstem Sonnenschein auf die Altarinsel empor.
Die Mühen für die Vorbereitungen des Tages bezog Benedikt nicht auf seine Person, sondern er betonte, dass alle Menschen die Anstrengungen für das Gelingen des Festtages auf sich genommen haben, sich leiten ließen von der Liebe zu Christus und seiner Kirche. Den roten Faden der Predigt von Papst Benedikt bildeten seine Gedanken zum Thema "Glauben".
Bei der Begrüßung erwähnte der Regensburger Bischof Müller auch die anwesenden 15.000 Ministranten, die sich besonders auf den Papst freuten. Ihre roten Halstüchern trugen die Messdiener gerne und es entstand in der Wartezeit auf den Gottesdienst so manches spontane Gespräch zwischen ihnen. Die Ministranten waren auch diejenigen, die sich immer wieder zu spontanen Beifallsstürmen und begeisterten Benedettorufen hinreißen ließen.
Der Weg aus dem Gelände gestaltete sich eher unproblematisch. Und nach einer überschaubaren Wartezeit brachen alle Gläubigen wohlbehalten ihren Heimweg an. In den anschließenden Schilderungen von Eindrücken teilte mancher der Mitfahrenden seine je persönliche Erfahrung und seinen Eindruck von diesem Großereignisses des Glaubens mit. Insgesamt schienen die Gläubigen angetan von diesem Gottesdienst zu sein und manch einer hatte sicherlich die Erfahrung erlebt, die Papst Benedikt XVI am Ende seiner Predigt angesprochen hatte: "Ja, wer glaubt, ist nie allein."

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© Michael Fass