Der Kreis ist geschlossen
Ökumenestab in St. Nikolaus – Gläubige begleiteten das ökumenische Zeichen Wendelsteins von der evangelischen St. Georgskirche aus durch den Altort

 

Pfarrer Horst-Dieter Stanislaus reicht den Stab weiter an seinen katholischen "Mitbruder" Hans Oettl.

 

Christen aus der Marktgemeinde begleiteten den Millenniumsstab auf seinem Weg von der Georgskirche nach St. Nikolaus. Jedes Innehalten auf dem Weg wurde eröffnet mit einem Kanon. Die Gebetsanliegen bei den Stationen hatten die Gläubigen selbst formuliert.

 

Der Ökumenestab auf seinem Weg durch die Marktgemeinde.

Wendelstein. „Der Kreis schließt sich.“ Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Horst-Dieter Stanislaus die Andacht, die zu Beginn des diesjährigen Weges des Millenniumsstabes stand. Denn zum zweiten Mal nach seiner Fertigstellung im Jahr 2000 kam der Ökumenestab zurück in die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus. Seit dem vergangenen Pfingstfest im Jahr 2005 war das Kunstwerk in der evangelischen St. Georgskirche aufbewahrt. Und davor befand er sich ein Jahr in der Röthenbach b. St. Wolfgang.

Der Wechsel des Millenniumsstabes hat nun in der Marktgemeinde Tradition. Er ist bleibendes ökumenisches Zeichen, das die Wendelsteiner Christen an ihre Verpflichtung erinnert fortlaufend das Anliegen der Ökumene wach zuhalten.
Horst-Dieter Stanislaus hob in seiner Ansprach hervor, dass das biblische Wort die oberste Instanz für christliches Handeln sei. Dieser Anspruch sei für katholische wie evangelische Christen gleichermaßen wichtig. Mit seinen Worten bezog sich der evangelische Geistliche auf Papst Bendedikt VXI, der die Bedeutung der Heiligen Schrift für die Christen bei seinem jüngsten Besuch in Polen hervorgehoben hatte.
Die anwesenden Gläubigen in der Georgskirche bekamen anschließend die Möglichkeit ihre persönlichen Gebetsanliegen für den Prozessionsweg zu notieren.
Den Millenniumsstab trug Stanislaus selbst aus seiner Kirche heraus.
Mit auf den Weg begaben sich Pfarrer Thomas Göß aus Röthenbach b. St. W. und der katholische Ortspfarrer Hans Oettl. Die Gottesdienstgemeinde legte drei Stationen, nämlich am Schönen Brunnen, am Alten Rathaus und in der Nähe des Heimathauses ein. In den vielfältige Gebetsanliegen, die die Gläubigen aufgeschrieben hatten, kam besonders auch der ökumenische Dialog zur Sprache.
In der Pfarrkirche St. Nikolaus übernahm Pfarrer Oettl den Millenniumsstab. Der Stab hat nun für ein Jahr seinen Platz im vorderen Bereich der Nikolauskirche. Im Schlussgebet, das Oettl sprach, wurde ebenso die Einheit der Kirche thematisiert ein Gebet. Anschließend segnete er die anwesenden Gläubigen.
Nachdem der Stab seinen Platz in St. Nikolaus eingenommen hatte, waren alle Gottesdienstbesucher zum Dämmerschoppen im gastlich hergerichteten Pfarrsaal des Vereinshauses eingeladen.

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© Michael Fass