Wendelsteiner Christen zu Besuch im evangelischen Kloster
Ökumenische Fahrt nach Iphofen wurde gut angenommen – Informationen über die Communität Casteller Ring

Auf den Stufen vor der St. Michaelskirche am Schwanberg zeigen sich die „Ökumenereisenden“ aus Wendelstein.

Wendelstein. Zu ihrer Ökumenefahrt begaben sich die Christen Wendelsteins in diesem Jahr in die Weinstadt Iphofen. Anja Babinsky, Ökumenebeauftrage aus dem evangelischen Kirchenvorstand von Röthenbach b. St. Wolfgang, begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und beschrieb in prägnanten Worten Ziel und Intention der Fahrt. Die seit einigen Jahren durchgeführte ökumenische Tagesfahrt beabsichtigt gerade auch ein Kennenlernen der jeweils anderen Konfession. Für die Verwirklichung dieses Gedankens bietet sich der unterfränkische Weinort hervorragend an. Die Kleinstadt liegt auf dem Gebiet des Bistums Würzburg und so zeugen die Kirchen von Iphofen vom Wirken des Gegenreformators in Unterfranken, Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Um tiefgehende Spiritualität und Gebetspraxis geht es auf dem Schwanberg, an dessen Fuß Iphofen liegt. Hier lebt und wirkt die Communität Casteller Ring, eine Gemeinschaft von Ordensschwestern, die ihren Platz in der Evangelisch-Lutherischen Kirche haben.

Von einer Schwester aus der geistlichen Gemeinschaft erfuhren die Wendelsteiner vom Leben und Wirken der Frauen auf dem Schwanberg. Ursprünglich entstanden ist die Communität aus der evangelischen Pfadfinderbewegung. Die Communität Casteller Ring (CCR) ist seit 1950 eine geistliche Gemeinschaft von Frauen innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Ihr gehören zur Zeit 38 Schwestern an. Eine kleine Gemeinschaft dieser Ordensschwestern wirkt seit einigen Jahren in Ehrfurt. Stundengebet und Gottesdienst prägen den Tageslauf.
Die Schwestern arbeiten unter anderem in den verschiedenen Arbeitsbereichen des Geistlichen Zentrums Schwanberg mit und bieten in diesem Rahmen eigene Tagungen an. Seit Mai 2007 betreuen die Schwestern den Evangelischen Friedwald auf dem Schwanberg.
Zunächst wurden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Wendelstein, mit den beiden Pfarrern Thomas Göß aus Röthenbach b. St. Wolfgang und Norbert Heinritz aus Wendelstein, mit einem Lichtbildervortrag über die Communität informiert. Die Schwester aus der Ordensgemeinschaft gab anschließend gerne weitere Informationen. Sie sprach auch über die spirituellen Wurzeln ihrer Gemeinschaft und gab Einblick in das Leben eines Ordens. Bei Konferenzen und anderen Gelegenheiten bestehe auch ein reger Austausch mit den Ordensgemein-schaften der Katholischen Kirche, gerade auch zur Benediktinerabtei in Münsterschwarzach.
Vor dem Besuch auf dem Schwanberg stand Iphofen mit einer interessanten Stadtführung auf dem Programm. Die kleine Stadt hat viele interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Altstadtbereich mit der komplett erhaltenen Wehranlage hat ein ursprüngliches Gepräge. So begann die Sightseeingtour am barocken Rathaus mit den zwei Schandhäuslein, die in früheren Zeiten (anstelle eines Prangers) zur Bestrafung bei kleineren Vergehen dienten. Drei Kirchen der Stadt wurden von den Wendelsteinern näher betrachtet, so die Stadtpfarrkirche St. Veit mit der Figur Johannes der Evangelist, einem eigenhändigen Werk von Tilmann Riemenschneider.

Die evangelische Spitalkirche fand besondere Beachtung dadurch, dass Pfarrer Thomas Göß aus Röthenbach in Zusammenhang mit einer Konfirmandenfreizeit hier vor nicht allzu langer Zeit ein Spiel über das Leben der Heiligen Elisabeth gezeigt hat. Auch in der Kirche zum heiligen Blut erfuhren die Teilnehmer so manche interessante Information in Bezug auf das Patronat dieses Gotteshauses. Der Stadtrundgang führte auch an die bekannten Tore Iphofens. Nach dem Abstecher auf den Schwanberg steuerte der Bus abermals Iphofen an. Ziel war das bekannte Knauf-Museum. Hier werden Repliken der Glanzlichter der großen Museen der Welt gezeigt. Eine launige und kurzweilige Führung ließ eine jahrtausende alte Geschichte lebendig werden.
Auf der Heimfahrt kehrte die Reisegruppe zu einem gemütlichen Abschluss in einem Gasthaus ein.

 

 

 


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© Michael Fass