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Pater John Obilor aus Nigeria mit Pfarrer Hans Oettl während des Pfarrgottesdienstes. |
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Der Kinderchor von St. Nikolaus bei seinem Musicalauftritt auf der Bühne des Pfarrsaales. |
Wendelstein. Traditionell wird das Pfarrfest der Pfarrei St. Nikolaus im Juli gefeiert. Bei herrlichem und bis weilen sehr heißem Sommerwetter begingen die Pfarrangehörigen der katholischen Gemeinde unter dem Kirchturm der Nikolauskirche ihr Fest. Der Kirchenparkplatz und die gesperrte Sperbersloher Straße boten sich dabei zum Feiern gerade zu an. Das abwechslungsreiche Programm lud alt und jung zur Begegnung ein.
Dämmerschoppen am Samstagabend
Nach der Vorabendmesse am Samstag begann das Fest mit dem Dämmerschoppen.
Das gute ökumenische Miteinander in der Marktgemeinde zeigt sich jedes
Jahr am Samstagabend durch den Auftritt des Posaunenchors der evangelisch-lutherischen
Gemeinde Wendelstein. Bei der Serenade des Klangkörpers unter der Leitung
von Hans Volkert erklangen viele bekannte Melodien. Bedingt durch das laue Sommerwetter
verweilten viele der Besucher bis in die späten Abendstunden auf dem Festplatz.
Besuch aus Nigeria
Auch der Ehrengast beim diesjährigen Pfarrfest, nämlich Pater John
Obilor aus Nigeria suchte den Kontakt zu zahlreichen Pfarrangehörigen.
Der afrikanische Geistliche ist gern gesehen in Wendelstein und war bereits
einige Mal zu Besuch. Seinen ersten Aufenthalt in der Pfarrgemeinde hatte Obilor
vor über 15 Jahren, als er als Urlaubsvertretung für den Ortspfarrer
in St. Nikolaus wirkte.
Die Vorabendmesse und ebenso den Pfarrgottesdienst am Sonntagvormittag feierte
der Theologe, der beruflich auch an einer Hochschule tätig ist, zusammen
mit Pfarrer Hans Oettl.
Obilor schilderte kurz die gesellschaftliche und seelsorgliche Situationen in
seinem Heimatland Nigeria. Als Priester sei er ständig mit der Armut der
Bevölkerung konfrontiert. Obwohl Nigeria von seinen natürlichen Ressourcen
her ein reiches Land sei, lebe der Großteil der nigerianischen Bevölkerung
in großer Sorge um das Lebensnotwendige. In seiner sehr emotionalen Ansprache
bezeichnete der beliebte Priester die gegenwärtige Lage der Menschen als
hoffnungslos. Die Unterbrechung der Strom- und Wasserversorgung gehöre
ebenso wie der Kampf um das tägliche Essen zum Alltag dazu. In Deutschland
werde ihm das besonders bewusst, weil hier gehe es den Haustieren meist besser
als den Menschen in seinem Heimatland. John Obilor bedankte sich bei Pfarrer
Oettl für die herzliche Aufnahme in der Pfarrei und besonders würdigte
er bei seinen Worten auch seine Gastfamilie Pohl aus Großschwarzenlohe.
Beim Pfarrgottesdienst am Sonntag verabschiedete sich auch die bisherige Pastoralpraktikantin
Irene Conraths von der Pfarrei. Im kommenden Schuljahr wird sie nun ein religionspädagoisches
Praktikum an der Schule absolvieren.
Gottesdienste beim Pfarrfest
Der Pfarrgottesdienst am Sonntag wurde vom Kirchenchor St. Nikolaus unter der
Leitung von Hermann Lahm gesanglich umrahmt. Am Ende sang die Kirchenmusikerin
Maria Boßle aus Sulzbach-Rosenberg in einfühlsamer Weise das Ave
Maria.
Die Kinder der Pfarrei feierten unter dem Motto „Unterwegs im Namen des
Herrn“ ihren Gottesdienst im Pfarrsaal. Ein entsprechender Aufkleber wurde
als gemeinsames Erkennungszeichen für das Pfarrfest 2006 anschließend
an alle Pfarrfestbesucher verteilt.
Buntes Programm
Bunt präsentierte sich das Pfarrfestprogramm. Die Kinder konnten sich vergnügen
an verschiedenen Spielgeräten und an der Hüpfburg des Kreisjugendringes.
Geschicklichkeit brauchte man beim Bierkastenstapeln der Pfadfinder. Angehörigen
des Wendelsteiner Ortsgruppe vom Malteser Hilfsdienst zeigten ganz praktisch
den anwesenden Kindern, wie Verletzungen fachgerecht verbunden werden.
Der Seniorentanzkreis mit ihrer Leiterin Renate Binder luden zu Mitmachtänzen
ein.
Auf der Bühne erklang die passende und schwungvolle Hintergrundsmusik der
Wendelsteiner Musikanten. Unermüdlich spielten sie bei großer Hitze
vom Vormittag bis in die Abendstunden hinein.
Musical „Ein Engel!?“
„Gibt es Engel?“ Eine Frage, die das vom Kinderchor von St. Nikolaus
einstudierte Musical stellte und am Ende der Spielhandlung eindeutig mit „Ja“
beantwortet wurde. Bei der Aufführung am Sonntagabend platzte der Pfarrsaal
regelrecht aus allen Nähten. Den jungen Künstlern von St. Nikolaus
gelang die Aufführung des anspruchvollen Stückes sehr gut. . Die modernen
Gesänge wurden gekonnt dem Publikum zu Gehör gebracht. Die pfiffigen,
eingängigen Liedertexte mit hinreißenden Melodien sprachen Kinder
und ebenso auch die vielen zuschauenden Erwachsenen an. Zwei Musiker sorgten
für die Liedbegleitung und die entsprechende Livemusik, was zusätzlich
die rockige und fetzige Musicalaufführung aufwertete. Insgesamt bewältigten
alle Akteure das gesamte Musical mit Bravour, was bei einer Länge von 75
Minuten sicherlich beachtlich ist.
Gastfreundschaft in St. Nikolaus
Gastfreundlich präsentierte sich das Pfarrfest von St. Nikolaus insgesamt.
Zahlreiche Helfer und Helferinnen aus den verschiedenen Pfarrgruppierungen sorgten
für den reibungslosen organisatorischen Ablauf ebenso wie für die
gute Bewirtung.