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Sopranistin Sabine Lahm aus Weiden gab dem musikalischen Rosenkranz in der Pfarrkirche St. Nikolaus die besondere Note. Ihr Onkel Hermann Lahm hatte sie nach Wendelstein eingeladen. |
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Sängerinnen und Sänger aus Wendelstein und Bühl sangen gemeinsam beim Musikalischen Rosenkranz in der Nikolauskirche. |
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Hermann Lahm an der Kirchenorgel von St. Nikolaus. |
Wendelstein. Zum musikalischen Rosenkranz wurde in die katholische
Nikolauskirche eingeladen.
Mit Phantasie und Sachverstand hat Hermann Lahm, Organist und Chorleiter der
Pfarrei, in der Vergangenheit bereits viele Veranstaltungen dieser Art in der
Pfarrei vorbereitet. Das Multitalent Lahm mit seinen musikalischen, schriftstellerischen
und fotografischen Fähigkeiten hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder
seine Fähigkeiten für seine Heimatpfarrei in Wendelstein eingebracht.
So auch für die musikalische Andacht am letzten Freitag im Oktober 2006.
Am Ende des Rosenkranzmonats Oktober wurde dieser Musikalische Rosenkranz als
gottesdienstliche Feier gestaltet. Für den frühen Freitagabend hatten
sich doch zahlreiche Gläubige von der Einladung zur Mitfeier des Gebetes
ansprechen lassen.
Die drei bekannten Rosenkranzgebete, nämlich der Freudenreiche, Schmerzhafte
und Glorreiche Rosenkranz, standen im Mittelpunkt der besinnlichen Andacht.
In diesem Gebet werden Glaubengeheimnisse mit biblischen Texten verbunden und
diese werden dann betend, besinnlich und meditativ betrachtet.
Bei der musikalischen Andacht in Wendelstein wurden die fünfzehn Rosenkranzgeheimnisse
nun betend von den Gläubigen mit einem „Gegrüßet seist
du Maria ...“ eingeleitet und dann jedes Geheimnis mit einem passenden
Lied unterlegt. Jede Station wurde für den Betrachter auch durch Fotografien
erschlossen, die Lahm selbst aufgenommen hatte.
Dabei verwendete er Bilder aus seiner Wendelsteiner Heimatkirche St. Nikolaus,
wie z. B. die Madonna bei den Opferkerzen oder die Figur Mariens im hinteren
Teil der Werktagskapelle, durch die die Weisssagung des Propheten Simeon an
die Mutter Jesu dargestellt ist: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch
die Seele dringen.“
Ein Großteil der verwendeten Meditationsbilder stammt aus der Jahreskrippe
von St. Nikolaus. Die Liebe Lahms zum Alpenland wurde auch bei den Fotografien
deutlich: So waren einige Gemälde der Schlosskirche Tegernsee zu sehen.
Die weiteren Bilder hat Lahm in Gotteshäusern in Kloster Banz, in Weiden,
in Lippertskirchen, in Großlellenfeld und Fischbachau aufgenommen.
In einem angenehmen Wechsel waren die musikalischen Beiträge gestaltet.
Zwei Chöre gestalteten die Andacht, der Kirchenchor aus St. Nikolaus und
aus Bühl.
Hermann Lahm hatte seine Nichte Sabine Lahm eingeladen. Zwischenzeitlich hat
Sabine Lahm ihr Operndiplom an der Hochschule in München mit großem
Erfolg abgeschlossen und studiert im Fortbildungsjahr bei dem berühmten
Gesangsprofessor Wolfgang Brendel.
Im Sommer 2005 erhielt die Studentin an der Musikhochschule München ein
Stipendium der Wagner-Freunde Regensburg. Schon mehrmals war Sabine Lahm in
Wendelstein zu hören. Den professionellen Hintergrund konnten die Zuhörer
in der Nikolaus hören und spüren. Mit klarer und mächtiger Stimme
sang die Sopranistin zwei Ave Maria. Unter anderem eines von Camille Saint-Saens,
einem französischen Komponisten des 19. Jahrhunderts und Zeitgenossen von
Franz Liszt. Das weitere Ave Maria stammt von Collin Mawby.
Die tolle Stimme Lahms klang eindrucksvoll auch bei den Liedern, die den Leidensweg
Jesu widerspiegelten. So sang sie „Selig, wer an Jesum denkt“ und
„Es ist vollbracht“ von Johann Sebastian Bach. Hermann Lahm selbst
begleitete die Gesänge seiner Nichte auf der Kirchenorgel.
Die beiden Chöre aus Wendelstein und Bühl stimmten einige Lieder gemeinsam
an. Die beiden Klangkörper wurden abwechselnd von Hermann Lahm und dem
Leiter des Bühler Chores, Konrad Kirschner, dirigiert. Voluminös klangen
die beiden Klangkörper im Miteinander. Sicher beherrschten die Sänger
ihre Passagen. Würdig wurde das Eingangslied „Rosenkranzkönigin“
nach einem Satz des Regensburger Kirchenmusikers Carl-Norbert Schmidt dargeboten.
Auch das Lied „Dixit Maria“ von Hans Leo Hassler sangen beide Chöre.
Dieser Nürnberger Komponist wirkte Mitte des 16. Jahrhunderts und war nicht
nur Musiker, sondern
ebenso Uhrmacher und Verfertiger von Musikautomaten.
Jeder Chor brachte auch einzelne eigene Beiträge zu Gehör.
Ansprechend waren die Gesänge, die die Chöre zusammen mit Sabine Lahm
zur Aufführung brachten, so z. B. „Bleib bei uns, Herr“ am
Ende der musikalischen Andacht. Mit Überstimmen und mehrstimmigem Gesang
unterlegten die Chorsängerinnen und – sänger die Gemeindegesänge,
so z. B. den Choral „Freu dich, du Himmelkönigin“.
Die Mitfeiernden erlebten ein etwas anderes Rosenkranzgebet, das sicherlich
dazu beitrug diese alte Gebetstradition neu in das Bewusstsein der Gläubigen
zu rücken. Die Chöre beendeten ihren gemeinsamen Auftritt mit einer
anschließenden Begegnung im Pfarrsaal des Vereinshauses.