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Die ökumenische Reisegruppe vor dem Brunnen am Leonrodplatz in Eichstätt. |
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Die ökumenische Reisegruppe aus Wendelstein im Collegium Orientale. Erzpriester Dr. Andreas Thiermeyer begrüßt die Wendelsteiner im Refektorium. |
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Besuch im Collegium Orientale: Von Olexander Petrynko aus dem Doktorandenkurs folgten die Informationen über diese einmalige Einrichtung im westeuropäischen Raum. |
Wendelstein. Schon mehrmals wurde in der Marktgemeinde
Wendelstein zu ökumenischen Fahrten eingeladen. Die Evangelisch-Lutherischen
Gemeinden Wendelstein und Röthenbach b. St. W. und in die katholische Pfarrei
St. Nikolaus führen in gemeinsamer Regie diese Reisen aus.
Diesmal hatten die Verantwortlichen als Ziel die Universitätsstadt Eichstätt
ausgewählt. Der zentrale Programmpunkt der Reise bildete der Besuch im
Collegium Orientale. Das Kennenlernen dieses Priesterseminars der mit der Römisch-Katholischen
Kirche unierten östlichen Kirchen hinterließ bei den Teilnehmern
einen bleibenden Eindruck.
Nach Ankunft in der Altmühlstadt wurde in zwei Gruppen
die Stadtführung durchgeführt. Viele Teilnehmer sahen dabei für
sie Neues und erfuhren Historisches besonders über die Bistumsheiligen,
deren Wirken ja gerade für den mittelfränkischen Raum von großer
Bedeutungen war.
Die beiden engagierten Stadtführerinnen zeigten dabei die zentralen christlichen
Stätten Eichstätts. Der Mariendom, die Schutzengelkirche, die Wallfahrts-
und Pfarrkirche St. Walburga und die Kapuzinerkirche mit dem Nachbau des Heiligen
Grabs wurden in den Blick genommen. Die Geschichte der Bistumsheiligen, der
Geschwister Willibald, Wunibald und Walburga wurde den Ökumenereisenden
lebendig vor Augen geführt, haben doch Willibald und seine Schwester Walburga
ihr letzten Ruhestätten in den genannten Gotteshäusern gefunden. Auch
auf dem Weg zwischen den Kirchen gab es manche interessante Einblicke in die
Anfänge des christlichen Glaubens in Franken und Bayern.
Die einfache barocke Ausstattung der Kapuzinerkirche beeindruckte. Die romanische
Nachbildung des Grabmals Jesu, wie sie im 11./12. Jahrhundert von den Kreuzfahrern
in Jerusalem vorgefunden wurde, fand dabei die besonders Aufmerksamkeit der
Wendelsteiner. Die Stadtführerin verwies in ihren Ausführungen auch
auf die besondere Atmosphäre in diesem Gotteshaus während der Kar-
und Ostertage.
Das moderne Eichstätt mit einer Reihe von Bauwerken des ehemaligen Diözesanbaumeisters
Schattner wurde am Rande gestreift. Nichts desto trotz beeindruckte die Stippvisite
in den Ulmer Hof, heute die theologische und philosophische Abteilung der Universitätsbibliothek.
Der schöne Herbsttag lud so manchen Wendelsteiner zum Spaziergang im barocken
Eichstätt oder an der Altmühl entlang. Eine größere Gruppe
nutzte die Gelegenheit Dommuseum und Domschatz zu betrachten.
Herausragender Punkt war der Besuch beim Collegium Orientale.
Das Collegium Orientale ist eine ökumenische Einrichtung: Es ist international
und interkonfessional ausgerichtet. Studierende aller orientalischen Schwesternkirchen
sind in diesem Seminar eingeladen, miteinander zu studieren, zu beten und zusammen
zu leben, damit in einem offenen Miteinander die Kenntnis und das Gespür
füreinander wachsen können.
Begrüßt wurde die Gruppe von Erzpriester Dr. Andreas Thiermeyer,
dem Leiter des östlichen Priesterseminars. Bevor der Geistliche vor einigen
Jahren die Leitung des Seminars übernahm, war er Pfarrer in Weißenburg.
Von Olexander Petrynko aus dem Doktorandenkurs folgten die weiteren Informationen
über diese einmalige Einrichtung im westeuropäischen Raum.
So erfuhr die Besuchergruppe aus Mittelfranken, dass zur Zeit Seminaristen aus
6 Ländern im Collegium leben, aus der Ukraine, der Slowakei, aus Rumänien,
aus Moldavien, aus Weißrussland und aus Indien.
Petrynko erklärte einige besondere Aspekte der östlichen Kirchen.
Dabei konnten die Wendelsteiner so manche Gemeinsamkeit mit den beiden großen
Kirchen in Deutschland feststellen.
Im Unterschied zur römisch-katholischen Kirche kennen die mit Rom unierten
Kirchen die Möglichkeit, dass das Priesteramt nicht an den Zölibat
gebunden ist.
Auch die Bedeutung der verschiedenen Kapellen in den Räumlichkeiten des
Collegium Orientale wurde erörtert. So gibt es drei Gottesdiensträume
im Haus, für die koptischen Christen, wie auch für den syrischen und
byzantinischen Ritus. Im Collegium Orientale wird Wert darauf gelegt, dass die
Seminaristen auch die jeweils andere konfessionelle Ausrichtung kennen und schätzen
lernen. Die internationale Ausrichtung des Hauses wird hierdurch ebenso verdeutlicht.
Studierende kommen in das orientalische Priesterseminar auf Empfehlung ihres
Ortsbischofs. Ihnen soll das Universitäts- oder Hochschulstudium an einer
staatlich anerkannten theologischen Fakultät ermöglicht werden, die
es in ihren Herkunftsländern meist nicht gibt. Auch höhere Hochschulabschlüsse
möchten die Studenten erreichen. In ihren Herkunftsländern sind theologisch-philosophische
Fakultäten mit eigenen Lehrstühlen an staatlichen Universitäten
nicht bekannt. Ebenso kommen die Studenten um höhere Hochschulabschlüsse
zu erreichen, um dann in den heimischen Priesterseminaren zu lehren.
Voraussetzung für das Studium an der Katholischen Universität Eichstätt
ist das Beherrschen der deutschen Sprache. Die Seminaristen sollen ja wissenschaftlichen
Vorlesungen folgen können und darin auch geprüft werden. Deshalb sind
Intensivkurse in deutscher Sprache während der ersten Monate des Aufenthalts
in Eichstätt für die Studierenden des Collegium Orientale eine Selbstverständlichkeit.
Nach den sehr informativen Ausführungen und einem Rundgang durch das Collegium
feierten die Wendelsteiner zusammen mit den Seminaristen ein byzantinisches
Abendlob mit. Für die evangelischen und katholischen Christen aus Wendelstein
war dieser Gottesdienst Erfahrung sicherlich eine neue Erfahrung. Über
eine Stunde wurde die einzelnen Elemente des Gottesdienstes gesungen. Die Gesänge
wurden allesamt in deutscher Sprache gesungen, so dass alle Gläubigen mit
einstimmen konnten. Die Kapelle mit ihren zahlreichen Ikonen, die festlichen
Gewänder der Geistlichen und der Weihrauchduft sorgten für die ganz
eigene Atmosphäre. Ein Agapemahl beinhaltete das Gebet ebenso.
Die Erfahrung im Collegium Orietale bot so manchen Gesprächanlass bei der
Heimfahrt und bei der abschließenden Einkehr zum Abendessen.