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Der Kirchenchor während seiner Darbietung. |
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Die Wendelsteiner Musikanten spielten Instrumentalstücke Alter
Meister, ebenso wie Melodien aus dem Volksgut. |
Seit über zwei Jahrzehnten lädt der Kirchenchor der Pfarrei St. Nikolaus am Dreikönigstag zum Konzert ein. Da der 6. Januar zum Weihnachtsfestkreis gehört, ja in der ostkirchlichen Tradition das Christfest selbst ist, wird diese musikalische Feierstunde weihnachtlich gestaltet. Organist und Chorleiter Hermann Lahm, unter dessen Regie dieses Konzert seit seinen Anfängen organisiert wird, wählte in diesem Jahr das Motto "Weihnachten in den Bergen".
Wendelstein. Bei seinen einleitenden Worten begrüßte
Pfarrer Hans Oettl eine stattliche Anzahl Konzertbesucher. Zwei Erfahrungen
im Zusammenhang von Bergen und Weihnachtsfest betonte der Geistliche. Zum einen
gehörten die Weihnachtslieder aus den Bergen zu den schönsten und
bekanntesten Liedern, die von der Geburt Jesu erzählen. Des Weiteren sei
man auf Berggipfeln Gott besonders nahe.
Als roter Faden durch das weihnachtliche Liedgut diente eine Weihnachtsgeschichte
im Dialekt erzählt. Als Oberpfälzer und Mundartdichter hatte Hermann
Lahm selbstverständlich seinen Heimatdialekt gewählt. Die Erzählung
stammt aus seiner Feder. Lahm bearbeitete dabei eine Vorlage des großen
Nürnberger Mundartautors Hans Mehl, gestaltete sie sehr frei und ergänzte
sie mit unzähligen eigenen Gedanken. Volkstümlich und gleichzeitig
nahe an der Lebenswirklichkeit wurde das Weihnachtsgeschehen so dargestellt.
Lahms Ehefrau Gunda und die Wendelsteinerin Heidi Hofmann trugen eindrücklich
die Erzählung vor.
Im gut strukturierten Programm waren die Weihnachtslieder des Kirchenchores
und die Instrumentalstücke der Wendelsteiner Musikanten passend zur Weihnachtserzählung
gewählt. Die zu Gehör gebrachten Musikstücke waren in diesem
Jahr eher kurz.
Mit dezenter Akkordeonbegleitung oder Acappella sang der Kirchenchor seine Lieder.
Stimmlich sicher und klar bewältigten die Sängerinnen und Sänger
ihr Repertoire. Die thematischen Lieder reichten von der Verkündigung des
Engels Gabriel an Maria bis zur Anbetung des Christkindes durch die Sterndeuter
aus dem Osten. Alpenländische Advents- und Weihnachtsweisen wurden dabei
gesungen. So z. B. das Lied "Maria ging übers Gebirge" aus dem
Burgenland. Von Oberbayern bis Südtirol reichten die gesanglichen Darbietungen.
Alleine intonierten die Frauen des Chores den Choral "Es ist jetzt die
heilige Nacht". Die Männer brachten zu einem späteren Zeitpunkt
eine österreichische Weise "Der Heiland ist geboren" nach einem
Satz von Walther Hensel zu Gehör.
Ebenso passend zum weihnachtlichen Sprechertext spielten die Wendelsteiner
Musikanten ihre Instrumentalstücke. Teilweise unbekannte Komponisten, aber
auch die alten Meister, wie Georg Friedrich Händel oder Ludwig v. Beethoven,
brachten die fünf Musiker zum Besten. Die Lebensweise der Hirten wurde
volkstümlich-bayerisch nachempfunden. Einige der Weihnachtsweisen der Wendelsteiner
Musikanten waren von den Musikern selbst bearbeitet und gesetzt worden.
Hermann Lahm ließ zwei Lieder an diesem Abend von allen Besuchern mitsingen.
Traditionell endete das Konzert mit dem gemeinsamen „O du fröhliche“.
Der Erlös aus den Spenden des Konzertes ist für die Reparatur des
Klaviers im Pfarrsaal und für die Flutopfer Südostasiens bestimmt.