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Wendelstein. Berlin. Zum
absoluten Höhepunkt ihrer "Sternsingerkarriere" gestaltete sich
für vier Mädchen aus Röthenbach b. St. W. der Empfang der Sternsinger
am vergangenen Dienstag bei Bundelkanzlerin Angela Merkel.
Janina Klemm, Magdalena Klemm, Ann-Kathrin Sommer und Dorothee Sommer hatten
die Ehre die Sternsingerinnen und Sternsinger des Bistums Eichstätt zu
vertreten.
Die beiden Tage in der Bundeshauptstadt, gekennzeichnet durch
ein zeitlich dichtes Programm, werden den zwei Grundschülerinnen und den
beiden Gymnasiastinnen sicherlich in Erinnerung bleiben.
Am Abend des Anreisetages wurde allen hundertacht Sternsingern aus den 27 deutschen
Bistümern, jedes Bistum entsandte 4 Vertreter (drei Könige und einen
Sternträger), die Ernsthaftigkeit des Empfangs bei der Kanzlerin vor Augen
geführt. Die in Berlin beteiligten Sternsinger vertraten die über
500.000 Mädchen und Jungen Deutschlands, die in den Gewändern der
Heiligen Drei Könige in den ersten Januartagen von Tür zu Tür
ziehen werden.
Zusammen mit den Verantwortlichen für die Durchführung des Dreikönigssingens
in Deutschland trafen sich die Könige in einem Saal des St. Michael-Heimes,
in dem sie auch Herberge für die Nacht gefunden hatten. Die Komponisten
und Liedtexter der diesjährigen Sternsingerlieder waren persönlich
anwesend, so dass die Gesangsprobe reibungslos über die Bühne ging.
Auch das für den nächsten Tag gruppenweise Einziehen in den Empfangssaal
mit der vorgesehenen Begrüßung durch die Bundeskanzlerin wurde eingeübt.
Am Dienstagmorgen - nach Aufstehen und Frühstück
- waren auch die Wendelsteiner „Majestäten“ dabei bei einer
Liveschaltung des ZDF für sein alltägliches Morgen-Magazin. Die Moderatorin
befragte dabei einige Sternsinger nach Sinn und Zweck des Dreikönigssingens.
Auch der Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“,
Msgr. Winfried Pilz stand Rede und Antwort zur Aktion. Die anwesenden Sternsinger
sangen drei Lied in der im gesamten Bundesgebiet ausgestrahlten Sendung.
Vier Busse des Bundesgrenzschutzes brachten die Sternsinger zusammen mit ihren
erwachsenen Begleitpersonen und einer Gruppe aus dem belgischen Hauset zunächst
zur Pfarrkirche St. Ansgar, wo gemeinsam eine Messe gefeiert wurde. In seiner
Predigt ermunterte Pfarrer Andreas Mauritz, Bundespräses vom Bund der Deutschen
Katholischen Jugend (BDKJ), die Kinder und Jugendlichen für ihren Verkündigungsdienst
und zum Engagement für die notleidenden Kinder der Erde.
Vom Gotteshaus aus begab sich die "königliche Karawane",
wieder mit BGS-Bussen, direkt auf das streng kontrollierte Gelände des
Bundeskanzleramtes. Nach Umkleiden und Schminken verging noch einige Zeit des
Wartens bis die Sternsinger wie hohe Staatsgäste begrüßt wurden.
Diözesanweise zogen die Könige in die Empfangshalle ein und schritten
auf die Bundeskanzlerin zu, die dann alle Beteiligten per Handschlag begrüßte.
Dieser Einzug gehört zu den beeindruckernsten Momente, mussten doch die
Könige an einer großen Schar von Kameraleuten und Fotografen vorbei
ziehen. Jede Sternsingergruppe stellte sich dann neben Angela Merkel auf und
wurde fotografiert.
Die Könige begaben sich anschließend auf ein Podium und lieferten
so ein buntes Bild ab, das in zahlreichen Nachrichtensendungen der Republik
zu sehen war. Zwei Sternsinger aus Berlin trugen die Intention des diesjährigen
Leitwortes „Kinder schaffen was“ vor. Dabei gingen sie auf das Beispielland
Peru ein und hoben besonders die Problematik der ausbeuterischen Kinderarbeit
hervor.
In ihrer Rede wertschätzte die Bundeskanzlerin die Arbeit der Sternsinger.
Sie hob ausdrücklich hervor, dass ein nicht unerheblicher Teil der Sternsingerspenden
verwendet wird, dass benachteiligten Kindern und Jugendlichen der Erde Schul-
und Berufsausbildung ermöglicht wird. Denn Bildung sei eine der ersten
Voraussetzungen zur Bekämpfung der Armut in der Welt. Eine Gruppe sagte
dann für die Kanzlerin den Sternsingerspruch und schrieb am Ende des Empfangs
den Sternsingersegen mit Kreide an eine Wand im Eingangsbereich des Kanzleramtes.
Die wenigen verbleibenden Stunden in Berlin nutzte die Gruppe nach dem Mittagessen,
das in der Kantine des Bundeskanzleramtes eingenommen wurde, noch für eine
„Minisightseeingtour“. Zu Fuß und mit Gepäck und Stern
ging es zum benachbarten Reichstag und auch das obligatorische Foto am Brandenburger
Tor fehlte nicht. Vom Bahnhof Zoologischer Garten aus blieb sogar noch einige
Zeit zum Bummel auf dem Kurfürstendamm.
Die Heimfahrt im ICE nutzte die Sternsingergruppe dann, um den Fahrgästen
ihr Lied zu singen und einen Dreikönigsvers vorzutragen.
Einige Frauen der Pfarrgemeinde St. Nikolaus hatten für die Gruppe, die
die Ehre hatte nach Berlin zu fahren, neue königliche Gewänder genäht
und Kopfbedeckungen angefertigt. So ermöglichten sie durch ihren Einsatz
ein feierliches Auftreten der Wendelsteiner Könige in Berlin.