Wie in jedem Sommer war in diesem Jahr ein Ganztagesausflug der glanzvolle Abschluss eines reichhaltigen Jahresprogramms des Seniorenclubs der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus.
Am frühen Morgen, nach der Feier einer Frühmesse mit Pfarrer Hans Oettl verließ ein bis zum letzten Platz mit Senioren ausgebuchter Reisebus Wendelstein in Richtung Süden. Erwartungsfreudig und frohgelaunt hatten sie als erstes Ziel die alte bayerisch-oberschwäbische Reichsstadt Donauwörth ausgewählt.
Donauwörth liegt, wie Pfarrer Oettl dem Seniorenkreis
während der Fahrt erklärte, an der historischen Reichsstraße,
bei der die Wörnitz in die Donau mündet. Sie hat mit ihren prächtigen
Giebelfronten in der Altstadt wohl eine der schönsten Straßenzüge
Süddeutschlands. Die Senioren aus Wendelstein mit ihren Gästen sahen
in Donauwörth viele sehenswerte Prachtbauten, wie z. B. das Deutschordenshaus,
das Rathaus, das zinnengeschmückte Tanzhaus und die spätgotische Liebfrauenkirche,
um nur einige zu nennen.
Ihr Hauptziel aber sollte die Wallfahrtskirche „Heilig Kreuz“ sein.
Die Wallfahrt zu diesem Gotteshaus reicht bis in Jahr 1028 zurück. Damals
hatte Graf Menegold als Gesandter des deutschen Kaisers Konrad II. in Konstantinopel
vom byzantinischen Kaiser Konstantin VIII. eine kostbare Reliquientafel mit
einem ansehnlichen Partikel des Kreuzes Christi erhalten und nach Donauwörth
gebracht. Dort entstand zuerst eine kleine Kapelle und später eine gotische
Kirche, bis diese schließlich nach vielen Brand- und Einsturzkatastrophen
1717 abgebrochen und der Grundstein für die heutige prachtvolle Barockkirche
gelegt wurde. Nicht weniger prächtig ist unter der Kirche die Gruftkapelle
mit ihrem Kreuz– und Marienaltar sowie einem schönen schmiedeeisernem
Gitter, das einst Prinzregent Ludwig von Bayern der Heilig-Kreuz-Kapelle gestiftet
hatte. In der Kapelle hielt als Gastgeber Pater Manfred mit den Wendelsteinern
eine kurze Andacht und segnete anschließend jeden einzelnen durch Auflegung
der Kreuz-Reliquie. Mit einem Marienlied verabschiedete sich der Wendelsteiner
Seniorenclub.
Mittlerweise war es Mittag geworden, so dass sich alle in einem unweit der Liebfrauenkirche
liegenden Gasthaus stärken wollten. Sie wurden sehr gut bewirtet und wurden
für ’s Erste auch alle satt. Am späteren Nachmittag war ja noch
eine Kaffeepause eingeplant. Nach einer kurzen Visite in der benachbarten Liebfrauenkirche
fuhren die Senioren am Nachmittag weiter „nach Süden“, um das
etwas abseits der Romantischen Straße am Lech verborgene Kloster Holzen
zu besuchen. Die Klosterkirche, Johannes dem Täufer geweiht, ist eine glanzvolle,
ebenfalls im oberschwäbisch-bayerische Barock des 16. und 17. Jahrhunderts
gehaltene Basilika mit überwältigender Stuckdecke. Die kunstvollen
Verzierungen an der zweigeschossigen Empore reichen bis zu den Seitenaltären
an der rechten und linken Seite des Kirchenschiffes.
Das dritte Ausflugsziel war der Stammsitz der Großgärtnerei
Dehner in Rain am Lech. Das Gartenbauunternehmen hat dort eine wunderschöne,
weitläufigen Parkanlage geschaffen, die mit ihren Blumenbeeten, Springbrunnen,
kleinen Bachläufen, Brücken und Stegen sowie schattig-lauschigen Ruheplätzen
schon einer kleinen Landesgartenschau gleicht. In einem gemütlichen Gartencafé
konnten sich hier die Gäste bei Kaffee und Kuchen, aber auch bei Bier und
Radler von ihrer Besichtigungstour erholen.
Am frühen Abend erreichten die recht sangesfrohen Fahrtteilnehmer wohlbehalten
und zufrieden wieder ihren Heimatort. Damit ging ein für alle schöner
Tag zu Ende.
Bericht: Irene Löffler