Menschenkette verbindet Kirchen


Christen Wendelsteins verbinden ihre Kirchen durch eine Menschenkette – 2. Ökumenisches Gemeindefest in der Marktgemeinde findet Zuspruch bei den Gläubigen – Eine ökumenische Andacht beschließt das gemeinsame Fest

Wendelstein. Eine Menschenkette bildeten die Gemeindemitglieder der Evangelisch-Lutherischen Gemeinden Wendelstein und Röthenbach b. St. Wolfgang zusammen mit den Angehörigen der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus aus Anlass des 2. Ökumenischen Pfarrfestes in Wendelstein. So wurden die evangelische Georgskirche und die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus miteinander verbunden. Über 350 Meter war die Menschenschlange lang.

Die Menschenkette aus evangelischen und katholischen Christen, die die Georgskirche und die Pfarrkirche St. Nikolaus verbinden.

Die drei Pfarrer Thomas Göß, Horst-Dieter Stanislaus und Pfarrer Hans Oettl beim Unterschreiben der Charta Oecumenica.

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Eine große Anzahl von Pfarrangehörigen der einzelnen Kirchengemeinden hatten das Ökumenische Gemeindefest durch ihren Einsatz zu einem gelungenen Fest werden lassen. Alle organisatorischen Anliegen für das Fest wurden von den Verantwortlichen aus den Kirchengemeinden gemeinsam in hervorragender Teamarbeit bewältigt.

Das Motto „Glaube ist ... gemeinsam feiern“ wurde mustergültig umgesetzt.
Nach den Gottesdiensten in Georgs- und Nikolauskirche am Samstagabend begann das Fest mit einem Dämmerschoppen.
In der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus gestalteten die Georgspfadfinder die Vorabendmesse mit. Die vorbereiteten Texte und Gebete kreisten um das Schriftwort des Tages aus dem Matthäusevangelium. Mit Beispielen aus dem aktuellen Zeitgeschehen machten die jungen Leute am Anfang der gottesdienstlichen Feier die Spannung deutlich, die in den Worten Jesu lag. Auch musikalisch umrahmten die Pfadfinder die Feier.
Schon traditionell ist der Dämmerschoppen am Samstagabend. Zum festen Programmpunkt gehört auch die Serenade des evangelischen Posaunenchors Wendelstein. Der Kirchenchor der katholischen Gemeinde sang im Anschluss an die Blechbläser Volksweisen.
Bedingt durch das laue Sommerwetter hielten viele Pfarrfestbesucher bis in die späten Abendstunden am Festplatz aus.

Wie am Vorabend wurden die Sonntagsgottesdienste am Vormittag von jeder Konfession im eigenen Gotteshaus gefeiert. Die Verkündigung der Schriftworte und Gebetselemente wurden von Lektoren der jeweils anderen Gemeinde übernommen. In der evangelischen Georgskirche hielt der Gemeindereferent von St. Nikolaus eine Ansprache, deren Grundlage ein Schriftwort aus dem Buch des Propheten Jesaja war. Pfarrer Johannes Matthias Roth sang das von ihm komponierte und selbst getextete Lied „Glauben ist ...“ zusammen mit den Archekids sowohl in der Georgskirche, als auch in St. Nikolaus. Pfarrer Hans Oettl griff in seiner Predigt das Gleichnis Jesu vom Unkraut unter dem Weizen auf und deutete die Worte Jesu in Bezug auf ökumenisches Handeln heute. Die Kinder waren zum Kindergottesdienst im Pfarrsaal eingeladen und zogen zur Gabenbereitung in die Pfarrkirche ein.

Die Gottesdienstbesucher in den Pfarrkirchen bildeten im Anschluss an die gottesdienstlichen Feiern eine Menschenkette zwischen den beiden Kirchen. Am sogenannten Wendelsteiner Plärrer trafen sich die beiden Gottesdienstgemeinden. Auf einem Tisch mitten auf der gesperrten Sperbersloher Straße wurde von den Ortsgeistlichen die sogenannte Charta Oecumenica unterschrieben. Diese Selbstverpflichtung in Bezug auf ökumenisches Handeln soll die Richtschnur für die zukünftige Zusammenarbeit der Kirchengemeinden sein. Diese Kooperation wurde mit der Unterschrift der drei Pfarrer, namentlich von Thomas Göß aus Röthenbach, von Horst-Dieter Stanislaus und Pfarrer Hans Oettl, beide aus Wendelstein, bestätigt. Die Laiengremien der einzelnen Kirchengemeinden hatten bereits im Vorfeld überlegt, wie die in der Charta angestrebten Ziele bereits in Wendelstein umgesetzt werden und wie sie in Zukunft weiterhin konkretisiert werden können.
In seinen einführenden Worten hob Pfarrer Stanislaus die Unterzeichnung der Charta als ein weiteres Highlight in der Ökumene in Wendelstein heraus. Der Geistliche ging kurz auf einige Punkte des Vertragswerkes ein. Zahlreiche Gläubige stimmten unter der Leitung von Hermann Lahm vor und während der Unterzeichnung in den Kanongesang ein. Mit den beiden Liedern „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ und Lasset uns gemeinsam“ gaben sie quasi ihre Antwort auf das Bestreben der Konfessionen für ein engeres Zusammenwachsen.

Bürgermeister Wolfgang Kelsch hatte auf dem Festplatz vor der Pfarrkirche St. Nikolaus Gelegenheit zu seinem Grußwort. Er begrüßte die Zusammenarbeit zwischen den Christen in der Marktgemeinde und sagte auch die Unterstützung der Marktgemeinde zu. Diese Mitwirkung zeige sich bereits, z. B. durch die von der Gemeinde gestifteten Wendelsteiner Ökumenefahnen und dem jährlichen ökumenischen Jahresabschluss am Alten Rathaus, betonte das Gemeindeoberhaupt. Mit Ständen stellten sich der Kindergarten St. Nikolaus, die Georgspfadfinder und der Malteser Hilfsdienst vor.
Bunt und vielfältig präsentierte sich das anschließende Programm. Für die Kinder war eine Spielstraße aufgebaut. Die Hüpfburg des Kreisjugendringes bot den anwesenden Buben und Mädchen viel Vergnügen. Mit der Buttonmaschine konnten sich die Anwesenden den diesjährigen Pfarrfestbutton herstellen. Geschicklichkeit brauchte man beim Bierkastenstapeln der Pfadfinder.
Auf der Bühne und dem Festplatz unterhielten zahlreiche Gruppierungen die Pfarrfestbesucher. Die Archekids sangen Mitmachlieder. Mit einem Gedicht und Lied erfreuten die Kindergartenkinder die Zuhörer. Der Kinderchor der Pfarrei St. Nikolaus bot einige ‚himmlische’ Lieder ihres neu einstudierten Musicals dar. Die Faschingsgesellschaft Grün-Weiß trat mit Spielmannszug und Gugge auf. Traditionell sind die Tänze des Wendelsteiner Seniorentanzkreises. Auch die Pfarrfestbesucher waren zum Mittanzen eingeladen. Akkordeonmelodien erklangen durch Hermann Lahm zwischen den Auftritten der Gruppen.
Gut besucht war der ökumenische Gottesdienst am Ende des Pfarrfestes. Die beiden Kirchenchöre umrahmten gemeinsam die Andacht. Der Posaunenchor der evangelischen Gemeinde unterstützte musikalisch die Gemeindegesänge.
Nochmals wurde das Mottolied von Pfarrer Roth, diesmal in einer Chorfassung gesungen. Gedanken von den Gottesdienstbesuchern zum Pfarrfestmotto wurden ebenso eingebracht. In seiner Verkündigung fasste Pfarrer Horst-Dieter Stanislaus nochmals seine Eindrücke des ökumenischen Festes im Lichte der biblischen Botschaft zusammen. Gemeindereferentin
Anette Gerstner hatte die würdige gottesdienstliche Feier vorbereitet.
Zahlreiche evangelische und katholische Christen halfen mit, dass das 2. Ökumenische Gemeindefest in Wendelstein auch organisatorisch eine rundum gelungene Veranstaltung wurde.

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© Michael Fass