Wendelstein. Im Rahmen der Sternsingeraktion waren 62 Jungen
und Mädchen der Pfarrgemeinde St. Nikolaus seit dem 2. Januar in Wendelstein
von Haus zu Haus unterwegs und verkündeten die Weihnachtsbotschaft. Sie
zogen durch die Marktgemeinde und „ersangen“ das stolze Ergebnis
von 14.400 Euro. Der hohe Betrag lässt sich auch erklären durch die
große Spendenbereitschaft in diesen Tagen in Deutschland. In den vier
Tagen der Aktion wurden viele Einwohner Wendelsteins besucht.
Begleitet wurden die Kinder von ihren Eltern und älteren Jugendlichen der
Pfarrei.
Bereits im Dezember 2004 trafen sich die jungen „Könige“ zu
zwei Treffen im Pfarrsaal des Vereinshauses. Neben organisatorischen Anliegen
beschäftigten sich die Sternsinger mit dem diesjährigen Leitwort „Kinder
haben eine Stimme – dek mii sitti riak rong“ und dem Beispielland
Thailand. Durch die mörderische Flutwelle in Südostasien rückte
gerade dieser Staat, neben anderen betroffenen Ländern in das Bewusstsein
der Weltöffentlichkeit.
Am ersten Sonntag des Jahres machten sich die Hoheiten in ihren bunten Gewändern
mit Kronen und Sternen ausgerüstet zu ihrem Verkündigungsdienst auf
den Weg. An den folgenden Werktagen bis zum Tag vor dem Dreikönigsfest
waren sie unterwegs.
Die Sternsinger in St. Nikolaus bemühen sich seit Jahren möglichst
viele Wohnungen im weitläufigen Gemeindegebiet zu besuchen, was größtenteils
auch gelingt. Dabei gehört die verschlossene Haustüre durch Abwesenheit
der Hausbewohner wegen Urlaub, Arbeit, letztlich aber auch weil der Sternsingerbesuch
nicht erwünscht ist, zur Erfahrung, die die Mädchen und Jungen immer
wieder erleben.
Überwiegend trafen die "Hoheiten" auf offene Türen und freundliche
Aufnahme. Junge und alte Menschen, Familien und Alleinstehende, Menschen in
den unterschiedlichen Lebenssituationen wurden angetroffen. Die Sternsinger
machten Station in Geschäften, Gasthäusern, in der Seniorenwohnanlage
„Am Alten Bahnhof“, im Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt und in der
Wendelsteiner Diakonie. Mit einem Neujahrswunsch in Form eines kleinen Handzettels
wurden die Abwesenden bedacht.
Mit Kreide schrieben die Begleitpersonen den Segenswunsch “C+M+B*2005”
über die Türen, das bedeutet: “Christus mansionem benedicat”
– Christus segne dieses Haus“.
Mit den Spenden aus der bundesweiten Aktion Dreikönigssingen kann –
nicht zuletzt auch durch den Beitrag der Sternsinger aus Wendelstein - in ca.
3.000 Projekten in über einhundert Ländern der Erde vorwiegend Hilfe
zur Selbsthilfe geleistet werden. In den Flutgebieten Südostasiens soll
in den kommenden Jahren auch langfristig Aufbauhilfe geleistet werden. Des weiteren
unterstützen die Sternsinger der Diözese Eichstätt schon seit
vielen Jahren soziale Projekte in der Partnerdiözese Poona in Indien.
Zu Beginn ihres Weges durch die Gemeinde feierten die Sternsinger den Pfarrgottesdienst
am Sonntagvormittag mit. Pfarrer Hans Oettl ging in seiner Predigt auf den Anfang
des Johannesevangeliums ein. Ausgehend von Geschenkpaketen, in denen die Buchstaben
des Begriffes "Wort" eingepackt waren, wurde das Geheimnis des Weihnachtsfestes
von ihm gedeutet.
Auch die Sternsinger trugen einige Elemente des Gottesdienstes bei. Am Ende
der Messe segnete der Geistliche die Sternsinger und ebenso die Kreide, mit
der der Segensspruch an die Türen geschrieben wurde.
Schon Tradition hat das große Pizzaessen am Ende der Sternsingeraktion
in Wendelstein. Etwa 80 Beteiligte am Dreikönigssingen in Wendelstein kamen
so zum Abschluss im Pfarrsaal zusammen. Dort ließen die Verantwortlichen
die Aktion 2005 nochmals Revue passieren. Sie bedankten sich bei den jungen
„Königen“ und den Leiter/innen, die die Gruppen begleiteten.
Auch ein Großteil der Süßigkeiten, die die Sternsinger von
St. Nikolaus von den Besuchten bekamen, wurde einem guten Zweck zur Verfügung
gestellt. Über die Leckereien können sich die Mädchen und Buben
des Kinderheimes St. Walburg in Feucht freuen.