Erhebung zur Pfarrei vor 50 Jahren

Die Gemeinde St. Nikolaus feiert die Erhebung zur Pfarrei bei ihrem Pfarrfest – Kinderchor und Jugendsingkreis begeistern mit biblischem Musical

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Wendelstein. Ihr Pfarrfest im Juli nahmen die Angehörigen der Pfarrgemeinde St. Nikolaus zum Anlass der Erhebung zur Pfarrei vor 50 Jahren zu gedenken. Die Expositur Wendelstein wurde zum 1. Mai 1954 zur Pfarrei St. Nikolaus erhoben. 1954 fand zum ersten Mal nach 430 Jahren eine Fronleichnamsprozession statt. Nicht einmal zehn Jahre später war die Holzkirche aus dem Jahr 1895 zu klein geworden. So wurde 1962 unter Pfarrer Josef Bittner mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, am 25. August 1963 wurde sie von Bischof Dr. Joseph Schröffer eingeweiht.
In seinen Predigten bei den Sonntagsgottesdiensten am Festwochenende nahm Pfarrer Hans Oettl Bezug auf das ausdrucksstarke Motto des Pfarrfestes Gott baut ein Haus, das lebt’. Der Geistliche betonte, dass eine Pfarrei nur zum lebendigen Haus werde, wenn Gott selbst dieses Haus baut. Weiter stellte der Ortspfarrer die Pfarrgemeinde St. Nikolaus als eine in den letzten 50 Jahren lebendige Gemeinschaft heraus. Sie habe sich als lebendige Pfarrei vor allem deshalb erwiesen, weil viele in dieser Pfarrgemeinde auf Christus und sein Wort hören und sich dessen bewusst sind.
Die Festlichkeiten begannen mit der Vorabendmesse am Samstag. Die Georgspfadfinder der Pfarrgemeinde bereiteten diese gottesdienstliche Feier vor. Ausgehend von der Perikope aus dem Lukusevangelium von Maria und Marta wurde die Messe gestaltet. Passend zum Tagesevangelium waren Gebete und ein Anspiel vorbereitet worden. Den Gemeindegesang unterstützen Instrumentalisten, Sängerinnen und Sänger des Jugendverbandes. Lieder aus dem Neuen Geistlichen Liedgut waren ausgewählt worden.
Der Dämmerschoppen im Anschluss an die Vorabendmesse trug traditionell ein ökumenisches Gesicht. Der Posaunenchor der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Wendelstein umrahmte mit kirchlichen und weltlichen Weisen den Abend feierlich.
Im Vorraum zur Nikolauskirche hatte Pfarrgemeinderatsmitglied Albert Seitz eine umfangreiche Fotoausstellung aufgebaut. Diese erinnerte sowohl an den Beginn das katholischen Lebens in Wendelstein am Ende des 19.Jahrhundert, als auch an viele weitere herausragende Ereignisse in der Geschichte der Pfarrei wie die Bischofsvisitation oder die Primizfeier von Alfons Hutter.
Am Sonntag wurde das Pfarrfest zunächst mit dem Festgottesdienst fortgesetzt. Die Kirchenchöre aus Wendelstein und Moorenbrunn sangen gemeinsam. Parallel fand für die Kinder im Pfarrsaal des Vereinshauses ein Kindergottesdienst statt.
Viele Gäste besuchten anschließend im Laufe des Tages den Festplatz vor der Kirche.
Die angrenzende Straße war gesperrt und wurde kurzerhand zur Spielstraße umfunktioniert. Mit Hüpfburg, Kinderschminken und anderen Aktivitäten kam für die Jüngsten der Gemeinde keine Langweile auf. Das Kinderkino im Jugendhaus zog im Laufe des Nachmittags immer wieder Mädchen und Buben an.
Volkstümliche Weisen sang der Kirchenchor auf der Bühne. Die Pfarrband Open Project begeisterte mit modernen Rhythmen.
Der Fanfarenzug und die 1. Fränkische Gugge der Faschingsgesellschaft GrünWeiß begeisterten durch ihre stimmungsvollen Einlagen. Dieser Verein hat seine Ursprünge in der örtlichen KAB.
Organist Hermann Lahm brachte sein Können am Akkordeon zu Gehör und trug auch eigene Gedichte und Geschichten vor. Der Seniorentanzkreis präsentierte sich mit Gruppentänzen und lud zum Abschluss seiner Darbietung auch die Pfarrfestbesucher zum Tanz ein. Bei den Pfadfindern konnten die Anwesenden ihre körperliche Geschicklichkeit beim Erklettern des Bierkastenturmes unter Beweis stellen. Außerdem informierten die Georgspfadfinder die Pfarrangehörigen über den geplanten Neubau der Hütte des Diözesanverbandes auf dem Osterberg.
Den gelungenen Abschluss des Pfarrfestes boten in einer tollen Vorstellung der Kinderchor und Jugendsingkreis ihren Zuhörern.
Die jungen Künstler spielten und sangen in beeindruckender Weise Ruthild Wilsons Musical Mose – ein echt cooler Retter. Der alttestamentliche Text aus dem Buch Exodus bildete die Vorlage für die Handlung des gezeigten Singspiels.

Eine jugendliche Schülerin begleitete mit der Erzählung aus der Bibel die Zuschauer durch das Musical hindurch.
Die biblische Geschichte wurde ausgehend von der Sklaverei des Volkes Israels in Ägypten bis hin zur wunderbaren Rettung Israels am Meer in den Blick genommen. Dabei stand Mose – als echt cooler Retter seines Volkes während des gesamten Stückes im Mittelpunkt des Geschehens.
Monatelang hatten sich die Kinder von St. Nikolaus auf dieses Singspiel vorbereitet.
Insgesamt 40 aktive Sänger und Sängerinnen trugen dieses Musicalproject mit. Auffällig war, dass alle Jungen und Mädchen hochmotiviert waren, denn kaum einer von ihnen fehlte in den letzten Wochen bei den regelmäßigen Proben.
Erwachsene Musiker an Piano, Keyboard und Gitarren begleiteten den Gesang. Souverän meisterten die jungen Künstler die anspruchsvollen Gesangspassagen.
Selbst die Rappassagen, wie beim ersten Song „Er ist ein Held“ wurden gekonnt dem Zuschauer zu Gehör gebracht. Die 10jährige Stefanie Holm als Mose begeisterte durch ihren Sologesang und die Verzweiflung des Mose auf seiner Flucht vor den Ägyptern wurde spürbar. Witzig gestalteten die jungen Damen des Jugendsingkreises das Lied auf ihren Helden Mose. Sie schmolzen förmlich dahin beim Kehrvers ’nen echten Held, ’nen Kavalier, so einen Mann den wünsch’ ich mir’. Der Tanz des Todesengels zog den Betrachter in Bann.
Passend und stimmig fügten sich auch die beiden Soli ein, die von Erwachsenen gesungen wurden. Insgesamt spürten die Zuschauer, mit wie viel Freude und Engagement die Kinder und Jugendlichen der beiden Chöre das über 60 Minuten dauernde Musical gestalteten. Vom Anfang bis zum Ende des Singspiel war die Ernsthaftigkeit der jungen Akteure fühlbar, mit der sie diese etwas andere Art der biblischen Verkündigung bewältigten.
Das Musical "Mose" wurde in St. Nikolaus als schmissiges und anspruchsvolles Musical gezeigt. Gerne sangen die Jungen und Mädchen die unterschiedlichen Musikrichtungen wie Blues, Pop, Rock und Rap. Außerdem präsentierten die Sängerinnen und Sänger die elf Lieder auswendig.
In der gut besuchten Pfarrkirche wurden Kinderchor und Jugendsingkreis mit stehenden Ovationen der Zuschauer nach der gelungenen Aufführung des Musicals bedacht.
Als echtes Gemeinschaftswerk stellten sich auch die Vorbereitungen auf das Musical heraus. Die Eltern der beteiligten Kinder bastelten Kulissen und Requisiten oder nähten Kostüme.

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© Michael Fass