Dankeschön-Konzert-Abend für Ehrenamtliche mit addi m.

20201023 addimsolo"Ich bin ganz erfüllt von diesem wunderschönen Konzert! Die Musik, die Texte, die sympathische Darstellung... einfach stark", so eine Besucherin. Gott sei Dank konnten wir das Solo-Konzert mit Addi Manseicher am Freitag, 23. Oktober, abhalten. Es war keine öffentliche Veranstaltung, sondern ein diesmal etwas anderer Dankeschön-Abend für unsere Ehrenamtlichen. 

20201023 addimgenerellZwar mussten die Zuhörer*innen mit Maske und in der Kirche auf Abstand sitzen, doch trotz dieser Einschränkun-gen haben sie den Abend genossen. Rockpoet Addi Manseicher – kurz addi m. - aus Neuendettelsau nahm uns mit auf seine musikalischen Sehnsuchtswege und Gottsuche. Auch er war glücklich, nach 11 Monaten Sendepause endlich wieder die Gitarre in der Hand zu haben und ein Konzert spielen zu können. Man sah es ihm an und konnte es hören!

Annegret Langenhorst

Kirche trifft Trucker

Eine außergewöhnliche Segensandacht auf der Autobahnraststätte Feucht

„Wohin geht die Reise?“ – „Ukraine“, „Belarus“, „Litauen“. Die Fernfahrer, die den Sonntag auf dem Rastplatz in Feucht verbringen müssen, haben noch weite Fahrten vor sich. Sie staunten nicht schlecht, als am Sonntag, dem 13. September, auf dem Gelände der Raststätte Feucht Ost ein Open-Air-Gottesdienst stattfand.

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Segensandacht hatte Pfarrer Michael Kneißl aus St. Nikolaus. „Wir leben hier an den Nomadenstraßen unserer Zeit“, stellte er fest. Da sei es an der Zeit, aus den Kirchenräumen hinauszugehen und die Menschen dort aufzusuchen, wo sich ihr mobiles Leben abspielt. Im Ökumene-Kreis der Wendelsteiner und Röthenbacher Kirchengemeinden fand die Idee Sympathisanten. Trotz Corona ließ sich das Vorhaben durchführen, denn Pfarrgemeinderat Martin Junglas hatte im Vorfeld alle zuständigen Stellen kontaktiert und man hatte ein realisierbares Hygienekonzept entwickelt.


Über 50 katholische und evangelische Gemeindemitglieder aus Wendelstein und Röthenbach fanden sich bei prächtigem Sonnenschein auf einem Rasenstück auf dem Rastplatz ein, verwundert beäugt von Reisenden und Berufsfahrern. 20200913 AB GDFeuchtPosAZDer evangelische Posaunenchor unter Leitung von Angela Ziegler sorgte dafür, dass die Feier auch im Lärm der Autobahn nicht überhört wurde. Als die ersten Töne von „King of the Road“ erklangen, tanzte eine junge Reisegruppe im Vorbeigehen spontan dazu. 


Den besonderen Ort wahrzunehmen war der erste Schritt der Andacht. Annegret Langenhorst riss die Geschichte der A 9 kurz an: in den 1920er Jahren schon geplant, als Reichsautobahn unter Hitler gebaut, zur Zeit der Teilung Deutschlands Transit-Strecke nach West-Berlin, ehe sie nun – rundumerneuert – die Städte München, Nürnberg, Leipzig und Berlin verbindet. Teilstücke zählen zu den am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands. Für 92 LKW ist Platz auf der Ost-Seite der Raststätte. Ihre Fahrer haben es schwer, müssen den Sonntag an der Autobahn verbringen und auf vier Quadratmetern hausen; der Konkurrenz- und Zeitdruck im Speditionswesen ist hoch, der Lohn schlecht, die Touren weit. 

Als biblische Reisegeschichte hatte Gemeindereferentin Gabi Zucker die Tobit-Erzählung aufbereitet. Der kranke Tobit sucht für seinen Sohn Tobias einen Gefährten für eine weite Reise und findet ihn im kundigen Rafael, einem Engel in Menschengestalt. Die Erzählung inspirierte Andrea Barwig, Sylvia Suchy und Michael Kneißl zu persönlichen Gedanken zu den Themen unterwegssein, auf dem LebensWeg sein, alleine – oder doch behütet - auf dem Weg sein, rasten und Gastfreundschaft gewähren. Mit einem Reisepsalm und von Pfarrerin Johanna Graeff formulierten Fürbitten für die Menschen, die freiwillig und gezwungenermaßen unterwegs sind, brachte die mobile Gemeinde die Atmosphäre des Ortes betend zur Sprache.

20200913 AB GDFeuchtTotalEin Tisch am Parkplatz mit einem Tischtuch zum Altar umfunktioniert, Bierbänke zum Sitzen im gebührenden Abstand und das Ökumene-Kreuz der Wendelsteiner und Röthenbacher Kirchengemeinden - mehr brauchte es nicht, um aus einem Rastplatz einen Ort auch der geistlichen Einkehr zu machen. Mit den Liedern „Möge die Straße uns zusammenführen“ und „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“ brachte der Posaunenchor den Segen zum Klingen. 

In über 20 Sprachen war auf einem Gebetsblatt der Vers aus Psalm 121 übersetzt: „Gott steht dir zur Seite. Er begleite dein Leben. Er behüte dich, wenn du aufbrichst und wenn du heimkehrst – jetzt und für immer“. Und diesen vielsprachigen Segensvers samt einem Duft-Engel – coronagerecht hygienisch verpackt – verteilte das Vorbereitungsteam an alle Trucker auf dem Rastplatz in Ost und West. Die Reaktionen der Brummifahrer waren zum Teil erstaunt, selten ablehnend, vielfach herzlich erfreut darüber, dass jemand an sie denkt. War es Zufall, dass just am gleichen Wochenende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm mit Truckern in Geiselwind frühstückte und dazu aufrief: "Wir als Kirche müssen näher an die Menschen ran. Jesus war immer unter den Leuten.“ Die Wendelsteiner und Röthenbacher Christen haben damit schon eine spannende Erfahrung gemacht.

Annegret Langenhorst, PGR St. Nikolaus