Grüße und Hinweise zum Weißen Sonntag

Allen einen schönen Gruß zum Weißen Sonntag 

und für die 2. Osterwoche!

Hinweise und Mitteilungen:

Im TEAM haben wir abgemacht, dass es auf jeden Sonntag hin -bis es liturgisch wieder gehen kann im Miteinander- einen Entwurf gibt für eine "Andacht zu Hause am Sonntag". Das scheint uns -zusammen mit dem Mitfeiern und "Beiwohnen" von Gottesdiensten und Gebeten eine wichtige Stütze zu sein in unserer Gottesbeziehung und Jesusfreundschaft - eine persönliche Begegnung mit IHM zu suchen und HausKirche zu lernen und zu pflegen. - Wir stellen die Andacht auf die Homepage; ausgedruckt wollen wir sie am Kircheneingang auslegen und auch Leuten direkt ins Haus bringen, die als sonstige "Stammgäste im Haus des HERRN" momentan nicht groß raus können und auch keinen Internetzugang haben - geben Sie uns diesbezüglich gern eine Nachricht, eine „Bestellung“ auf über Pfarramt WST Tel. 09129 - 4245.

Ansonsten werden wir gottesdienst-mäßig nicht „vorpreschen“ (ab dem 4. Mai soll es erste Möglichkeiten geben…); wir wollen auch ökumenisch und interreligiös einander im Auge behalten, nicht dass wer "vorgaloppiert" und den 'großen Mutigen spielt' gegenüber den anderen. — Zudem: solange unsere betagten Mitchristen noch eine größere Distanz einhalten sollen - und die sind doch über 70 % unserer GD-Gemeinden! - wollen wir keine "Abtrennung untereinander" befördern, sondern uns an Worten, Gottesgaben, Nähe so nähren, wie es gut möglich ist. -- Wenn Sie da noch weitere Ideen haben und Anregungen für die hoffnungsvolle Bewältigung des Lebens, dann gerne ein "Echo" zurück.

Die Kommunionkinder alle mit ihren Familien erhielten Extra-Post zum Weißen Sonntag (ihr Fest ist ja verschoben) - eine Gabentüte mit Osterbrot und Traubensaft und 'Segnung' und der Einladung, daheim eine kleine Festfeier der verlegten 'großen' voranzustellen…

Musizierende/ Singende sind gern eingeladen -soweit persönlich möglich!- , sonntäglich oder unter der Zeit in unseren Kirchen zu üben, zu spielen - dazu ruhig vorher die Kirchentüren auf - damit ist österlich „nicht zu still wird im Hause Gottes“... 

Unsere ökum. Eine-Welten-Wende bieten jetzt in der GD-losen Zeit einen „Lieferservice“ an - Bestellung dafür übers Pfarrbüro oder direkt über Mail  <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;  !! 

Die ökumen. „Exerzitien im Alltag“, die am DI 21.4. beginnen sollten, fallen nicht aus - juchu! — Sie starten nach Pfingsten, weil es dafür auch die Aussprache im überschaubaren Kreis braucht. Die Begleiterinnen Gabi Zucker und Rosemarie Mutschler lassen dazu ‚vermelden‘:

„Wir wollen uns nicht dem Motto: „Alles umsonst?!“ beugen und setzen die Exerzitien nicht ab. Die Vorbereitungen sollen nicht umsonst gewesen sein. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

So geben wir folgende neuen Termine für die Gruppentreffen bekannt: 

1. Woche: Di., 16. Juni 2020, 20 Uhr: Alles gut
2. Woche: Di., 23. Juni 2020, 20 Uhr: Alles geschenkt
3. Woche: Di., 30. Juni 2020, 20 Uhr: Alles vergeblich
4. Woche: Di., 07. Juli 2020, 20 Uhr: Trotzdem wertvoll
5. Woche: Di., 14. Juli 2020, 20 Uhr: Alles da

Als Teilnehmende/Teilnehmender nehmen Sie sich dann unter der Woche täglich (ca. eine halbe Stunde) Zeit für Gebet und persönliche Betrachtung. 

Hilfen und Anregungen bietet das Exerzitienbuch, das beim 1. Treffen ausgegeben wird. 

Mit seinen Impulsen begleitet es uns durch die fünf Exerzitienwochen.

Wenn Sie schon Interesse haben oder noch unschlüssig sind, die Arbeitshilfen sind schon im kath. Pfarramt St. Nikolaus vorrätig. Sie können gerne einen Blick hineinwerfen. 

20200420 WeierSonntag 2Ab dem 16. Juni wollen wir uns dann einmal in der Woche, eben immer dienstags (siehe oben) im Vereinshaus oder im Jugendheim in Wendelstein, Sperbersloher Str. 10/12 zum gemeinsamen Austausch und Gespräch treffen. 

Herzliche Einladung dazu! Wir freuen uns, wenn wir Sie dann beim ersten Treffen begrüßen dürfen. 

Am Samstag 25.4. abends entsenden wir wieder die hl. Kommuinon in die Häuser. Bitte dazu eine/n „Überbringer/in“ in die Kirche entsenden oder sich bei uns im  Pfarramt melden. Danke.

schabbat schalom; für das Seelsorge-Team und den Pfarrgemeinderat grüßt mit unserem Osterbaum aus St. Nikolaus, der zum Weißen Sonntag sein Blütenprachtkleid angelegt hat herzlich

  michael kneißl, pfr.

Die Kar- und Ostertage 2020: Hinter verschlossenen Türen...

„…als die Jünger*innen bei verschlossenen Türen
beisammen waren…“

Gedanken zur Kar- und Osterwoche des Jahres 2020

 Von Annegret Langenhorst, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Nikolaus

 Ja, mir brannte das Herz, als ich am Palmsonntag gegen Mittag in unserer Kirche St. Nikolaus war. Die Leere in dem großen Gotteshaus schnürte mir im ersten Moment die Kehle zu. Deutlich stand mir vor Augen, wie wir sonst hier den Palmsonntag feiern, leidenschaftlich und bunt, in großer Gemeinderunde, mit den Kommunionkindern und ihren Familien. Am Palmsonntag kommen sonst die Christen*innen zusammen zu Prozessionen, auf die Straßen, um nachzuvollziehen, wie viele Menschen damals in Jerusalem Jesus einen begeisterten Empfang in den Straßen der Stadt bereitet haben.

20200406 Palms2Heute aber: Stille. Noch zwei Beterinnen im Gotteshaus, weit voneinander entfernt. In der Stille des Gebets spüre ich eine starke Verbindung. Und ich nehme wahr: auch der liebevoll gestaltete Raum spricht zu mir, durch starke Zeichen und durch all die Menschen, die sie hergerichtet haben: Die Hängebrücke, konstruiert von Bogdan Urban, symbolisiert den Brückenschlag von Gott zum Menschen. Der kunstvoll von Norbert Tuffek geschnitzte Jesus auf dem Esel schaut die Eintretenden an. Hoffnungsvolle Worte, von Michael Kneißl kalligraphisch aufgeschrieben, ermutigen mich. Ein Gute-Abend Gebet für zuhause, von Elke Rödel kreativ verfasst und von Gabi Zucker layoutet, liegt bereit. Geschmückt ist die Kirche. Kerzen brennen für die Anliegen vieler. Vorne liegen die Palmbuschen, gebunden von Moni Fass und ihrem Team 20200406 Palms3(darunter wohl auch Club-Fans, wie die Farbwahl Rot/Schwarz vermuten lässt).

Das Evangelium ist aufgeschlagen. Wenn ich in diesen Tagen in den Passions- Ostererzählungen lese, sticht mir ein Detail ins Auge, das mir sonst gar nicht aufgefallen ist. Nach dem Tod von Jesus hockt die Mehrzahl seiner Leute zuhause! Aus Furcht sitzen sie hinter verschlossenen Türen, so heißt es bei Johannes (Joh 20,19). Zwar erzählt Johannes von der Furcht „vor den Juden“, eine sperrige Formulierung, waren doch die Jüngerinnen und Jünger selbst Juden. Angst haben sie, weil mit dem Tod ihres Rabbi alle Hoffnung zerbrochen ist. Angst davor, dass es ihnen selbst an den Kragen geht. Vor der Bedrohung müssen sie die Türen verschließen und zwar für längere Zeit (in Joh 20,26 sind es 8 Tage später).

Dieses Jahr müssen nun auch wir zuhause ausharren, weil wir in der gegenwärtigen Krisenzeit auf diese völlig ungewohnte und ver-rückte Weise unsere Solidarität und Fürsorge für unsere Nächsten zeigen müssen. Ignacio, Religionslehrer an unserer Partnerschule im spanischen La Solana, schreibt mir: „Mir geht es gut. Wir sind hier eingesperrt und dürfen nicht mal zum Spazieren raus. Es ist ziemlich hart, ins Haus eingesperrt zu sein, aber ich versuche, es zu leben mit der Kraft des Glaubens und der Hoffnung.“ 

Üben wir uns in dieser Karwoche in der Spiritualität der Freunde und Freundinnen Jesu, die hinter verschlossenen Türen sitzen müssen. Traurig, ohnmächtig, ratlos. Immerhin harren sie aus. Bestimmt versuchen sie sich gegenseitig zu trösten. Wenn einer vor Furcht nicht mehr weiterweiß, so stelle ich mir vor, erzählt eine andere, was sie von Jesus gelernt und mit ihm erhofft haben. Und dann bricht sie herein, die Kraft des Glaubens und der Hoffnung: Die Evangelien erzählen, dass  nur wenige von den Anhängern Jesu die unmittelbare, persönliche Begegnung mit dem Auferstandene erfahren durften: Maria von Magdala, die Frauen am Grab, Petrus, Johannes, die beiden auf dem Weg (in ihr Haus!) nach Emmaus… Der Mehrheit der Jesus-Leute geht es so wie uns: uns wird die Auferstehungshoffnung zugesagt, von diesen Zeuginnen und Zeugen, die erfahren haben: Mit Jesus ist es nicht zu Ende! Tod und Verzweiflung haben nicht das letzte Wort! Gottes Liebe trägt uns über die Abgründe hinaus!

Das feiern wir in der Osternacht, die mit ihrer mitreißenden Kraft, mit ihren Jubelliedern und dem Licht des Osterfeuers für mich die schönste kirchliche Feier im ganzen Jahr ist. Dieses Jahr müssen wir es aushalten, nicht miteinander in großer Gemeinschaft feiern zu können, sondern zuhause auszuharren.

Das fällt mir schwer, ich vermisse unsere Gemeinschaft!

Aber das halten wir jetzt aus, zuhause, hinter unseren Türen, verbunden miteinander in Gedanken und Gebeten und in der Kraft des Glaubens und der Hoffnung!