Kirche trifft Trucker

Eine außergewöhnliche Segensandacht auf der Autobahnraststätte Feucht

„Wohin geht die Reise?“ – „Ukraine“, „Belarus“, „Litauen“. Die Fernfahrer, die den Sonntag auf dem Rastplatz in Feucht verbringen müssen, haben noch weite Fahrten vor sich. Sie staunten nicht schlecht, als am Sonntag, dem 13. September, auf dem Gelände der Raststätte Feucht Ost ein Open-Air-Gottesdienst stattfand.

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Segensandacht hatte Pfarrer Michael Kneißl aus St. Nikolaus. „Wir leben hier an den Nomadenstraßen unserer Zeit“, stellte er fest. Da sei es an der Zeit, aus den Kirchenräumen hinauszugehen und die Menschen dort aufzusuchen, wo sich ihr mobiles Leben abspielt. Im Ökumene-Kreis der Wendelsteiner und Röthenbacher Kirchengemeinden fand die Idee Sympathisanten. Trotz Corona ließ sich das Vorhaben durchführen, denn Pfarrgemeinderat Martin Junglas hatte im Vorfeld alle zuständigen Stellen kontaktiert und man hatte ein realisierbares Hygienekonzept entwickelt.


Über 50 katholische und evangelische Gemeindemitglieder aus Wendelstein und Röthenbach fanden sich bei prächtigem Sonnenschein auf einem Rasenstück auf dem Rastplatz ein, verwundert beäugt von Reisenden und Berufsfahrern. 20200913 AB GDFeuchtPosAZDer evangelische Posaunenchor unter Leitung von Angela Ziegler sorgte dafür, dass die Feier auch im Lärm der Autobahn nicht überhört wurde. Als die ersten Töne von „King of the Road“ erklangen, tanzte eine junge Reisegruppe im Vorbeigehen spontan dazu. 


Den besonderen Ort wahrzunehmen war der erste Schritt der Andacht. Annegret Langenhorst riss die Geschichte der A 9 kurz an: in den 1920er Jahren schon geplant, als Reichsautobahn unter Hitler gebaut, zur Zeit der Teilung Deutschlands Transit-Strecke nach West-Berlin, ehe sie nun – rundumerneuert – die Städte München, Nürnberg, Leipzig und Berlin verbindet. Teilstücke zählen zu den am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands. Für 92 LKW ist Platz auf der Ost-Seite der Raststätte. Ihre Fahrer haben es schwer, müssen den Sonntag an der Autobahn verbringen und auf vier Quadratmetern hausen; der Konkurrenz- und Zeitdruck im Speditionswesen ist hoch, der Lohn schlecht, die Touren weit. 

Als biblische Reisegeschichte hatte Gemeindereferentin Gabi Zucker die Tobit-Erzählung aufbereitet. Der kranke Tobit sucht für seinen Sohn Tobias einen Gefährten für eine weite Reise und findet ihn im kundigen Rafael, einem Engel in Menschengestalt. Die Erzählung inspirierte Andrea Barwig, Sylvia Suchy und Michael Kneißl zu persönlichen Gedanken zu den Themen unterwegssein, auf dem LebensWeg sein, alleine – oder doch behütet - auf dem Weg sein, rasten und Gastfreundschaft gewähren. Mit einem Reisepsalm und von Pfarrerin Johanna Graeff formulierten Fürbitten für die Menschen, die freiwillig und gezwungenermaßen unterwegs sind, brachte die mobile Gemeinde die Atmosphäre des Ortes betend zur Sprache.

20200913 AB GDFeuchtTotalEin Tisch am Parkplatz mit einem Tischtuch zum Altar umfunktioniert, Bierbänke zum Sitzen im gebührenden Abstand und das Ökumene-Kreuz der Wendelsteiner und Röthenbacher Kirchengemeinden - mehr brauchte es nicht, um aus einem Rastplatz einen Ort auch der geistlichen Einkehr zu machen. Mit den Liedern „Möge die Straße uns zusammenführen“ und „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“ brachte der Posaunenchor den Segen zum Klingen. 

In über 20 Sprachen war auf einem Gebetsblatt der Vers aus Psalm 121 übersetzt: „Gott steht dir zur Seite. Er begleite dein Leben. Er behüte dich, wenn du aufbrichst und wenn du heimkehrst – jetzt und für immer“. Und diesen vielsprachigen Segensvers samt einem Duft-Engel – coronagerecht hygienisch verpackt – verteilte das Vorbereitungsteam an alle Trucker auf dem Rastplatz in Ost und West. Die Reaktionen der Brummifahrer waren zum Teil erstaunt, selten ablehnend, vielfach herzlich erfreut darüber, dass jemand an sie denkt. War es Zufall, dass just am gleichen Wochenende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm mit Truckern in Geiselwind frühstückte und dazu aufrief: "Wir als Kirche müssen näher an die Menschen ran. Jesus war immer unter den Leuten.“ Die Wendelsteiner und Röthenbacher Christen haben damit schon eine spannende Erfahrung gemacht.

Annegret Langenhorst, PGR St. Nikolaus

Grüße und Hinweise zum Weißen Sonntag

Allen einen schönen Gruß zum Weißen Sonntag 

und für die 2. Osterwoche!

Hinweise und Mitteilungen:

Im TEAM haben wir abgemacht, dass es auf jeden Sonntag hin -bis es liturgisch wieder gehen kann im Miteinander- einen Entwurf gibt für eine "Andacht zu Hause am Sonntag". Das scheint uns -zusammen mit dem Mitfeiern und "Beiwohnen" von Gottesdiensten und Gebeten eine wichtige Stütze zu sein in unserer Gottesbeziehung und Jesusfreundschaft - eine persönliche Begegnung mit IHM zu suchen und HausKirche zu lernen und zu pflegen. - Wir stellen die Andacht auf die Homepage; ausgedruckt wollen wir sie am Kircheneingang auslegen und auch Leuten direkt ins Haus bringen, die als sonstige "Stammgäste im Haus des HERRN" momentan nicht groß raus können und auch keinen Internetzugang haben - geben Sie uns diesbezüglich gern eine Nachricht, eine „Bestellung“ auf über Pfarramt WST Tel. 09129 - 4245.

Ansonsten werden wir gottesdienst-mäßig nicht „vorpreschen“ (ab dem 4. Mai soll es erste Möglichkeiten geben…); wir wollen auch ökumenisch und interreligiös einander im Auge behalten, nicht dass wer "vorgaloppiert" und den 'großen Mutigen spielt' gegenüber den anderen. — Zudem: solange unsere betagten Mitchristen noch eine größere Distanz einhalten sollen - und die sind doch über 70 % unserer GD-Gemeinden! - wollen wir keine "Abtrennung untereinander" befördern, sondern uns an Worten, Gottesgaben, Nähe so nähren, wie es gut möglich ist. -- Wenn Sie da noch weitere Ideen haben und Anregungen für die hoffnungsvolle Bewältigung des Lebens, dann gerne ein "Echo" zurück.

Die Kommunionkinder alle mit ihren Familien erhielten Extra-Post zum Weißen Sonntag (ihr Fest ist ja verschoben) - eine Gabentüte mit Osterbrot und Traubensaft und 'Segnung' und der Einladung, daheim eine kleine Festfeier der verlegten 'großen' voranzustellen…

Musizierende/ Singende sind gern eingeladen -soweit persönlich möglich!- , sonntäglich oder unter der Zeit in unseren Kirchen zu üben, zu spielen - dazu ruhig vorher die Kirchentüren auf - damit ist österlich „nicht zu still wird im Hause Gottes“... 

Unsere ökum. Eine-Welten-Wende bieten jetzt in der GD-losen Zeit einen „Lieferservice“ an - Bestellung dafür übers Pfarrbüro oder direkt über Mail  <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;  !! 

Die ökumen. „Exerzitien im Alltag“, die am DI 21.4. beginnen sollten, fallen nicht aus - juchu! — Sie starten nach Pfingsten, weil es dafür auch die Aussprache im überschaubaren Kreis braucht. Die Begleiterinnen Gabi Zucker und Rosemarie Mutschler lassen dazu ‚vermelden‘:

„Wir wollen uns nicht dem Motto: „Alles umsonst?!“ beugen und setzen die Exerzitien nicht ab. Die Vorbereitungen sollen nicht umsonst gewesen sein. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

So geben wir folgende neuen Termine für die Gruppentreffen bekannt: 

1. Woche: Di., 16. Juni 2020, 20 Uhr: Alles gut
2. Woche: Di., 23. Juni 2020, 20 Uhr: Alles geschenkt
3. Woche: Di., 30. Juni 2020, 20 Uhr: Alles vergeblich
4. Woche: Di., 07. Juli 2020, 20 Uhr: Trotzdem wertvoll
5. Woche: Di., 14. Juli 2020, 20 Uhr: Alles da

Als Teilnehmende/Teilnehmender nehmen Sie sich dann unter der Woche täglich (ca. eine halbe Stunde) Zeit für Gebet und persönliche Betrachtung. 

Hilfen und Anregungen bietet das Exerzitienbuch, das beim 1. Treffen ausgegeben wird. 

Mit seinen Impulsen begleitet es uns durch die fünf Exerzitienwochen.

Wenn Sie schon Interesse haben oder noch unschlüssig sind, die Arbeitshilfen sind schon im kath. Pfarramt St. Nikolaus vorrätig. Sie können gerne einen Blick hineinwerfen. 

20200420 WeierSonntag 2Ab dem 16. Juni wollen wir uns dann einmal in der Woche, eben immer dienstags (siehe oben) im Vereinshaus oder im Jugendheim in Wendelstein, Sperbersloher Str. 10/12 zum gemeinsamen Austausch und Gespräch treffen. 

Herzliche Einladung dazu! Wir freuen uns, wenn wir Sie dann beim ersten Treffen begrüßen dürfen. 

Am Samstag 25.4. abends entsenden wir wieder die hl. Kommuinon in die Häuser. Bitte dazu eine/n „Überbringer/in“ in die Kirche entsenden oder sich bei uns im  Pfarramt melden. Danke.

schabbat schalom; für das Seelsorge-Team und den Pfarrgemeinderat grüßt mit unserem Osterbaum aus St. Nikolaus, der zum Weißen Sonntag sein Blütenprachtkleid angelegt hat herzlich

  michael kneißl, pfr.