„Fair statt mehr“

Ein informativer Abend in Wendelstein

Im Rahmen der fairen Woche gab es in der St. Nikolauskirche in Wendelstein eine Veranstaltung unter dem Motto „Fair statt mehr“ vom Verein „Eine WELTenWende“ und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung.
Am 25. September 2020 luden die Kirchengemeinden deshalb zu einem ökumenischen politischen Abendgebet mit anschließender Filmpräsentation über das Thema Fairtrade und zum Verkauf der im Film gezeigten Produkte ein.

Zu Beginn der Andacht wurden Vorstellungen von gutem Leben aus verschiedenen Ländern der Welt vorgelesen. Trotz großer geografischer Unterschiede und damit einhergehender unterschiedlicher Lebensweisen sind viele Wünsche der Menschen ganz ähnlich. Die Gemeinsamkeiten zeigten sich vor allem in Bereichen wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.
Im Anschluss wurden die Besucher in einer Meditation mit entspannender Live-Gitarrenmusik dazu aufgefordert, darüber nachzudenken, was für sie selbst gutes Leben bedeutet. 

20200925 Fairer Abend B1Mit den gesammelten Gedanken im Hinterkopf wurde anschließend der Film „Make the world a better place“ präsentiert. Im Film kommen Produzenten von fünf verschiedenen fair gehandelten Produkten zu Wort.
Anfangs wird eine Kakaoplantage an der Elfenbeinküste gezeigt, bei der das Problem der niedrigen Kakaopreise vorliegt. Für die dort lebenden Arbeiter ist die Kakaobohne die einzige Einnahmequelle, mit der sie jedoch gerade so ihre Existenz sichern können. Deshalb leben sie, verglichen mit Deutschland in ärmlichen Verhältnissen und können die Bildung für ihre Kinder nicht finanzieren. Hierbei unterstützt Fairtrade die betroffenen Regionen beispielsweise mit dem Bau von Schulen.

Weitere Probleme, die sich sowohl in Indien bei der Baumwollindustrie als auch auf Rosenplantagen in Kenia deutlich zeigen, sind sexuelle Belästigung und Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz. Um dem entgegenzuwirken, veranstaltet Fairtrade regelmäßige Schulungen, bei denen die Betroffenen lernen, mit solchen Situationen umzugehen und sich zu wehren. Es wird somit auch versucht, ein gutes Leben in Gleichberechtigung zu gewährleisten.

In Kolumbien, wo unter anderem Bananen und Kaffee angebaut werden, macht sich der Klimawandel besonders bemerkbar. Aufgrund des immer wärmer werdenden Klimas können Pflanzen nicht mehr so gewinnbringend wachsen. Zudem wird mehr Wasser benötigt, welches nur noch an wenigen Orten verfügbar ist. Auch hier unterstützt Fairtrade mit dem Bau von Wasserleitungen.

Durch den Film wird einem bewusst, wie glücklich man sich mit seinem guten Leben schätzen kann. Ein solches sollte man auch für andere ermöglichen.
Deshalb konnten die Zuschauer nach dem Film an vier verschiedenen Ständen in der Kirche neben den Produkten aus dem Film auch andere Artikel, wie Orangensaft und Handtücher erwerben. Erfreulich war, dass zum Schluss der Aktion kaum noch Artikel übrig blieben.
Mit dem eingenommenen Geld kann so Fairtrade gezielt unterstützt werden.
Um einen Grundstein für ein besseres Leben der Arbeitnehmer zu legen, sollte jeder Verbraucher sich bewusst für den Kauf von fair gehandelten Produkten entscheiden. 

Julia Bayer und Katharina Beck, P-Seminar „Fair trade“, Gymnasium Wendelstein