Fairer Abend - Fragen nach unserer Zukunft

Kinder aus aller Welt fragen nach unserer Zukunft

Fairer Film-Abend in Wendelstein

"Mein größter Wunsch wäre, den Schulbus benutzen zu dürfen, aber er ist zu teuer", erzählt Luniko, ein Junge in einem township in Südafrika. Die Kamera folgt dem Jungen, der HIV positiv ist, durch sein armes Viertel. Bilder, die bewegen.

16 Kinder begleitete die Dokumentarfilmerin Sigrid Klausmann auf dem Weg zur Schule: Rebekka aus der Schweiz meistert ihren Schulweg trotz schwerer Sehbehinderung; Alphosine aus der Elfenbeinküste trägt Essenstöpfe auf dem Kopf zur Schule, darf aber selbst den Unterricht nicht besuchen, sondern muss für die Schulkinder kochen. To aus Laos braucht zwei Stunden für seinen mühsamen Schulweg, Vinzent aus den österreichischen Bergen begibt sich mit seinem Vater auf eine gefährliche Skiabfahrt ins Tal. Yamabuki in Japan fragt sich auf seinem Schulweg, wie schlimm die Radioaktivität in seiner Heimatstadt wirklich ist. Das Mädchen Sanjana leidet in dem Rotlichtviertel, in dem sie aufwächst, unter den begehrlichen Blicken der Männer und einer schlechten Schulbildung. 

Der Film "Nicht ohne uns!" beeindruckte im voll besetzten Vereinshaus von St. Nikolaus die Zuschauer, die der Einladung der ökumenischen EINE WELTenWende und der KAB Wendelstein gefolgt waren. Die Kinder im Film geben Themen, die man theoretisch kennt, ihr Gesicht und ihre Geschichte. Sie sprechen von ihren Träumen und Hoffnungen und stellen ihre Fragen nach der Zukunft.

Auch in der ökumenischen Andacht, die vor dem Film stattfand, kamen Kinder zu Wort. Schüler einer 6. Klasse des Gymnasiums Wendelstein hatten ihre Sorgen und Hoffnungen für die Zukunft der Erde aufgeschrieben und trugen sie in der Andacht couragiert vor. Eindringlich formulierte ein Kind: "Ich habe Angst, dass die Natur letztendlich komplett zerstört ist! 20170922 faier Abend 2017Ehrlich gesagt, habe ich sogar Angst vor dem Tod. Aber ich habe Hoffnung, dass alle Probleme mit Krieg, Armut und Naturzerstörung bald verschwinden. Dafür würde ich mein Leben geben und meine Angst überwinden!" Konkrete Ideen für eine bessere Zukunft hatten die Schüler mitgebracht, z.B.: "Keinen Müll mehr in die Natur werfen! Nicht mehr so viele Abgase rauspusten! Einfach auf die Erde aufpassen!" Oder: "Ich wünsche mir den Weltfrieden, keinen Krieg. Wenn ein Land in einer Krise ist, soll es von den anderen unterstützt werden. Dazu müsste man Bomben und Waffeneisen einschmelzen und neue und bessere Sachen daraus herstellen; man müsste immer helfen, wenn Hilfe nötig ist." Die starken Zukunftshoffnungen der Kinder machten den Zuhörern Mut und endeten mit dem Appell: "Kämpfen! Nicht aufgeben!"

Der faire Handel schafft Perspektiven! Dieses Motto der fairen Woche stand im Zentrum der Andacht und lieferte einen Gegenpol zu der wohl bedrückendsten Szene des Films: Zwei kleine Jungen stehen schutzlos in einer Kakaoplantage und bemühen sich, mit einer Machete, die Kakaofrüchte herunterzuschlagen, während ihr Aufseher sie anbrüllt. 

Sie wisse, dass aus diesen Bohnen etwas sehr köstliches gemacht werde, sagt Alphosine im Film, aber sie habe noch nie Schokolade essen dürfen.
 

Wir hoffen, dass der faire Handel mit Schokolade, Kaffee und Co immer stärker wird und dazu beiträgt, dass Kinder nicht mehr in solchen Umständen arbeiten müssen, die zum Himmel schreien.

Annegret Langenhorst

Weitere Bilder:

20170922 fairer Abend Bilder