"Global denken - vor Ort fair handeln" 
Ökumenische Initiative "EINE WELTenWende"

Fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Reis oder Schokolade werden weltweit immer stärker nachgefragt. Sie schmecken nicht nur köstlich, sondern tragen vor allem dazu bei, dass die Produzenten in den Ländern des Südens einen garantiert fairen Lohn für ihre Arbeit bekommen, was ansonsten auf dem Weltmarkt nicht der Fall ist. Zu Recht genießt das Fair-trade-Siegel ein großes Vertrauen bei Käufern.

Inzwischen ist der Verkauf von Produkten aus dem fairen Handel in St. Nikolaus nach den Gottesdiensten am Wochenende einmal im Monat etabliert und wird sehr gut angenommen. Wir freuen uns über das rege Interesse und über die Unterstützung durch die Firmlinge beim Verkaufen.

Am Weltgebetstag der Frauen 2011 haben wir zusammen mit dem schon lange bestehenden Eine-Welt-Team der evangelischen Gemeinde der Arche in Großschwarzenlohe um Evi Pamer die ökumenische Initiative Eine Welt ins Leben gerufen. Unter dem Namen "EINE WELTenWende" arbeiten wir ökumenisch und solidarisch Hand in Hand: wir planen und organisieren Verkaufsaktionen und Informationsveranstaltungen, fahren ins CAWELA nach Cadolzburg zum Einkauf, informieren uns über die Produkte und die Länder, aus denen sie kommen. Unser gemeinsames Engagement bereitet uns viel Freude und lässt uns unsere Erfolge feiern…

201901 EWTeamBesonders freut es uns, dass durch die Großzügigkeit unserer Käufer und die uns gewährte Handelsspanne ein Überschuss aus den Verkäufen bleibt, den wir für sinnvolle Projekte weltweit spenden können. Über die Spenden entscheiden wir im Team demokratisch. Seit wir uns ökumenisch gemeinsam engagieren, konnten wir finanziell unterstützen: ein Projekt in Lima im Rahmen der Misereor-Fastenaktion 2011; das Projekt "Dach überm Kopf" von Missio für Flutopfer in Pakistan; die Diakonie-Katastrophenhilfe in Somalia; die Peru-Hilfe Beit-Shalom; den Jesuitenpater Evaristo Odar in der Indio-Gemeinde Santa María de la Nieve im peruanischen Amazonasgebiet; die Arbeit der Familie Brunner in Sambia und das Projekt von Max Weeger in Simbabwe.

Herzlichen Dank an alle, die uns als Käufer/innen und Helfer/innen so wunderbar unterstützen!

Wer Lust hat - auch gelegentlich - mitzumachen, ist sehr herzlich willkommen!

 

Kontakt:

für St. Nikolaus:    Elke Rödel (Wendelstein; Tel. 270512)
                             Annegret Langenhorst (Großschwarzenlohe; Tel. 907304)

für St. Georg und die Arche:  Evi Pamer (Tel. 26726)

 

Amazonassynode als starkes Hoffnungszeichen für Kirche und Welt

Die Gelegenheit beim Schopf packen

die Amazonassynode als starkes Hoffnungszeichen für Kirche und Welt

Sie war selbst bei den Vorbereitungen für die Amazonassynode dabei, die vom 6. Oktober an in Rom stattfinden wird: Dr. Birgit Weiler hat uns in Wendelstein schon mehrfach besucht. Die missionsärztliche Schwester lebt in Peru, arbeitet als Theologin an der Universität Antonio Ruiz Montoya in Lima, ist aber auch oft im peruanischen Amazonasgebiet unterwegs, wo sie die indigenen Völker der Aguaruna und Huambisa solidarisch unterstützt und begleitet. Am 8. Juli besuchte sie St. Nikolaus erneut und sprach auf Einladung der EINEN WELTenWende und der KAB über die Amazonassynode. 

20190708 AMAZONAS2Schwester Birgit Weiler sieht die von Papst Franziskus einberufene Amazonassynode als „Kairos“, also als eine von Gott geschenkte günstige Gelegenheit für die Weltkirche. Im Oktober werden sich die katholischen Bischöfe aus dem Amazonasgebiet treffen, das ja nicht nur Brasilien und Peru umfasst, sondern auch Teile Ecuadors, Kolumbiens, Boliviens, Venezuelas, Surinams und Guayanas. 400 indigene Völker leben in diesem riesigen Lebensraum, der als die „grüne Lunge“ der Erde gilt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Kirche werden Vertreter/innen dieser Völker dieses massiv bedrohten Lebensraumes auf einer Bischofssynode sprechen.

Brandaktuell konnte die engagierte Ordensfrau vom Stand der Vorbereitungen berichten: 85000 Menschen haben sich im Vorfeld der Synode zu Wort melden können und wurden mit ihren Anliegen gehört. Schon hier hat die Synode eigentlich begonnen und dieses Hören auf die indigenen Völker und ihre Weisheit ist Papst Franziskus ein besonderes Anliegen. Das nun seit Juni 2019 vorliegende Arbeitsdokument für die Synode trägt den zweigeteilten Titel: „Neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie“. Beides gehört für Dr. Birgit Weiler unbedingt zusammen: Der klare und mutige Einsatz gegen die Ausbeutung des Regenwaldes und seiner Bewohner und die Aufgabe der Kirche, prophetisch für Gerechtigkeit zu kämpfen. Auch über neue Formen der Zulassung zur Leitung von Eucharistiefeiern wird die Synode sprechen, denn es fehlt im Amazonasgebiet an Priestern. Manche Gemeinden können nur drei Mal im Jahr eine Eucharistie feiern und erbitten die Zulassung von im Glauben bewährten Familienvätern für diese Aufgabe. Birgit Weiler machte Mut: „Ich erhoffe mir, dass Gottes Geist wirkt und ein klares Signal für Kirche und Welt von der Amazonassynode ausgehen wird“. 

Annegret Langenhorst

20190708 AMAZONAS1

Frauen nehmen "das Ruder in die Hand" in Kirche und Welt: Elke Rödel und Evi Pamer von der EINE WELT­enWende, Birgit Weiler, Annegret Langenhorst und Petra Silber­horn, die am GYMI WST Solidaritätsläufe organisiert

Für Schwester Birgit Weiler ist Bildung ein entscheidender Weg, dass die Menschen im Amazonsgebiet eine gute Zukunft haben und ihre Vision vom guten Leben bewahren können. Fast 500 indigene Mädchen und Jungen können in Chiriaco eine Urwald-Schule besuchen, wo sie lernen, sich in der modernen Welt zurechtzufinden, aber auch in traditionellen Techniken wie Töpfern, der Flechtkunst und nachhaltiger Landwirtschaft unterrichtet werden.

Bild Amazonas 1Damit die Schwestern in ihrer Schule weitermachen können, wäre es ein starkes Zeichen, sie kontinuierlich zu unterstützen, um z.B. das Schulessen für die Jugendlichen mitzufinanzieren. Daher haben wir mit Adveniat vereinbart, dass ein dauerhaftes Spendenkonto extra für die Schule "Fe y Alegría" (Glaube und Freude) in Chiriaco eingerichtet wird. Adveniat verwaltet das Konto für uns und kann auch am Ende jedes Jahres Spendenbeschei-nigungen ausstellen für Spenden ab 20 € im Jahr. Wer die Schule regelmäßige per Dauerauftrag oder einmalig unterstützen will, kann dies nun unter folgendem Konto tun:


Spendenkonto:
Adveniat e.V.
Bank im Bistum Essen
IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45
Betreff: Wg. Arbeit mit Kindern, Fe y Alegría, PERU
Für Zusendung von Spendenbescheinigungen bitte Namen und volle Adresse angeben!

 "Im Namen unserer Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern sagen wir euch herzlich danke für eure Solidarität!"

Fairer Abend - Fragen nach unserer Zukunft

Kinder aus aller Welt fragen nach unserer Zukunft

Fairer Film-Abend in Wendelstein

"Mein größter Wunsch wäre, den Schulbus benutzen zu dürfen, aber er ist zu teuer", erzählt Luniko, ein Junge in einem township in Südafrika. Die Kamera folgt dem Jungen, der HIV positiv ist, durch sein armes Viertel. Bilder, die bewegen.

16 Kinder begleitete die Dokumentarfilmerin Sigrid Klausmann auf dem Weg zur Schule: Rebekka aus der Schweiz meistert ihren Schulweg trotz schwerer Sehbehinderung; Alphosine aus der Elfenbeinküste trägt Essenstöpfe auf dem Kopf zur Schule, darf aber selbst den Unterricht nicht besuchen, sondern muss für die Schulkinder kochen. To aus Laos braucht zwei Stunden für seinen mühsamen Schulweg, Vinzent aus den österreichischen Bergen begibt sich mit seinem Vater auf eine gefährliche Skiabfahrt ins Tal. Yamabuki in Japan fragt sich auf seinem Schulweg, wie schlimm die Radioaktivität in seiner Heimatstadt wirklich ist. Das Mädchen Sanjana leidet in dem Rotlichtviertel, in dem sie aufwächst, unter den begehrlichen Blicken der Männer und einer schlechten Schulbildung. 

Der Film "Nicht ohne uns!" beeindruckte im voll besetzten Vereinshaus von St. Nikolaus die Zuschauer, die der Einladung der ökumenischen EINE WELTenWende und der KAB Wendelstein gefolgt waren. Die Kinder im Film geben Themen, die man theoretisch kennt, ihr Gesicht und ihre Geschichte. Sie sprechen von ihren Träumen und Hoffnungen und stellen ihre Fragen nach der Zukunft.

Auch in der ökumenischen Andacht, die vor dem Film stattfand, kamen Kinder zu Wort. Schüler einer 6. Klasse des Gymnasiums Wendelstein hatten ihre Sorgen und Hoffnungen für die Zukunft der Erde aufgeschrieben und trugen sie in der Andacht couragiert vor. Eindringlich formulierte ein Kind: "Ich habe Angst, dass die Natur letztendlich komplett zerstört ist! 20170922 faier Abend 2017Ehrlich gesagt, habe ich sogar Angst vor dem Tod. Aber ich habe Hoffnung, dass alle Probleme mit Krieg, Armut und Naturzerstörung bald verschwinden. Dafür würde ich mein Leben geben und meine Angst überwinden!" Konkrete Ideen für eine bessere Zukunft hatten die Schüler mitgebracht, z.B.: "Keinen Müll mehr in die Natur werfen! Nicht mehr so viele Abgase rauspusten! Einfach auf die Erde aufpassen!" Oder: "Ich wünsche mir den Weltfrieden, keinen Krieg. Wenn ein Land in einer Krise ist, soll es von den anderen unterstützt werden. Dazu müsste man Bomben und Waffeneisen einschmelzen und neue und bessere Sachen daraus herstellen; man müsste immer helfen, wenn Hilfe nötig ist." Die starken Zukunftshoffnungen der Kinder machten den Zuhörern Mut und endeten mit dem Appell: "Kämpfen! Nicht aufgeben!"

Der faire Handel schafft Perspektiven! Dieses Motto der fairen Woche stand im Zentrum der Andacht und lieferte einen Gegenpol zu der wohl bedrückendsten Szene des Films: Zwei kleine Jungen stehen schutzlos in einer Kakaoplantage und bemühen sich, mit einer Machete, die Kakaofrüchte herunterzuschlagen, während ihr Aufseher sie anbrüllt. 

Sie wisse, dass aus diesen Bohnen etwas sehr köstliches gemacht werde, sagt Alphosine im Film, aber sie habe noch nie Schokolade essen dürfen.
 

Wir hoffen, dass der faire Handel mit Schokolade, Kaffee und Co immer stärker wird und dazu beiträgt, dass Kinder nicht mehr in solchen Umständen arbeiten müssen, die zum Himmel schreien.

Annegret Langenhorst

Weitere Bilder:

20170922 fairer Abend Bilder

 

Bedrohte Völker, bedrohte Schöpfung - Unterstützung für die Schule im Urwald Perus

Bedrohte Völker, bedrohte Schöpfung - Unterstützung für die Schule im Urwald Perus


"Aus unserer hintersten Ecke in der Selva (Urwald) in Peru bedanken wir uns bei euch in Wendelstein", schrieb Schwester Teresa Rubido Ramonde im Februar. Sie arbeitet mit anderen Schwestern der Gemeinschaft San José in einer Schule mitten im peruanischen Regenwald. Mädchen und Jungen aus dem Volk der Aguaruna und Huambisa haben dort die Chance, zu lernen und sich eine Perspektive für die Zukunft aufzubauen.
Bekannt ist jene "Ecke" Perus in hier Wendelstein durch die missionsärztliche Schwester Dr. Birgit Weiler, die seit nun 20 Jahren in Peru lebt und sich für die Rechte der bedrohten indigenen Völker und für die Bewahrung der Schöpfung einsetzt. Schwester Birgit hat uns in St. Nikolaus als gute Freundin schon mehrmals besucht.

Die Kinder von Rishi Valley (Indien)

"Die Kinder von Rishi Valley - a silent revolution"

Vortrag am 16.10.2015 im Vereinshaus

 

Indien ist ein sehr großes Land, ein Subkontinent, ein Land voller Kontraste mit 1,3 Milliarden Menschen, mit Maharadschas, Programmierern und Ochsenkarren.

 

Bei einem Vortrag am 16.10. im Vereinshaus von St. Nikolaus in Wendelstein berichtete Dr. Thomas Müller aus Würzburg über die Lebensverhältnisse armer Menschen im Süden Indiens.

IMG 4787

Zwischen Bangalore und Chennai (früher Madras) liegt das Tal "Rishi Valley" im Süden des Bundesstaats Andhra Pradesh, wo Menschen am untersten Rand der Kastengesellschaft als Bauern leben.